Mitglieder der afghanischen Sicherheitskräfte inspizieren den Ort einer Explosion, Kabul/Afghanistan | dpa

Afghanistan Mehr als 30 Tote bei Anschlägen

Stand: 29.11.2020 11:12 Uhr

Bei zwei Selbstmordanschlägen im Osten und im Süden Afghanistans sind mehr als 30 Menschen getötet worden - die meisten von ihnen sind Soldaten. Bei beiden Attentaten benutzten die Angreifer offenbar Fahrzeuge.

Bei einem Anschlag auf einen Militärstützpunkt in der östlichen Provinz Ghasni seien mindestens 30 Soldaten getötet worden, sagten Regierungsvertreter. Dort sei eine Autobombe detoniert. Der Angreifer fuhr einen mit Sprengsätzen gefüllten Militär-Truck in die Kommandozentrale hinein und brachte den Wagen dann zur Detonation, teilte ein Mitglied des afghanischen Sicherheitsrats mit, das anonym bleiben wollte.

Wohnhäuser von Zivilisten rings um das Gelände seien ebenfalls beschädigt worden, sodass es dort möglicherweise weitere Opfer gebe. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Ein Sprecher der Taliban wollte eine Verantwortung der radikal-islamischen Organisation weder bestätigen noch bestreiten.

Südafghanistan: Angriff auf Provinzratschef

Bei einem weiteren Angriff im Süden des Landes in Subal wurden mindestens drei Menschen getötet. Der Anschlag galt dem Konvoi eines Provinzratschefs. Der Chef des Provinzrats, Attadschan Hakbajat, habe den Angriff mit leichten Verletzungen überlebt, einer seiner Personenschützer war nach Polizeiangaben vor Ort aber unter den Toten. Unter den insgesamt zwölf Verletzten seien auch Kinder gewesen. Hakbajan ist ein erklärter Kritiker der Taliban. Auch zu diesem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Anschläge trotz Friedensgesprächen

Taliban-Vertreter und Entsandte der afghanischen Regierung sind seit September zu Friedensgesprächen in Doha, der Hauptstadt Katars. Dort soll es zunächst vorrangig um die Eindämmung der Gewalt in dem seit 19 Jahren dauernden Krieg in Afghanistan gehen. Zehntausende Menschen wurden seitdem getötet. Trotz der Gespräche, die das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen Taliban und USA vom Februar sind, gibt es immer wieder Anschläge.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. November 2020 um 11:00 Uhr.