Trauer um Breonna Taylor | Bildquelle: AP

Fall Breonna Taylor US-Polizist nach Schüssen vor Gericht

Stand: 23.09.2020 21:19 Uhr

Weil ein US-Polizist Breonna Taylor bei einer Razzia in ihrem eigenen Bett erschoss, muss er nun vor Gericht. Doch die Art der Anklage dürfte neue Proteste hervorrufen. Louisville verhängte vorsorglich den Ausnahmezustand.

Sechs Monate nach dem Tod der schwarzen Frau Breonna Taylor bei einem Polizeieinsatz im US-Staat Kentucky ist ein beteiligter Polizist angeklagt worden. Allerdings muss er sich nicht für die Tötung der Frau verantworten, sondern lediglich wegen mutwilliger Gefährdung anderer mit seiner Dienstwaffe, entschied eine Jury.

Der Tod Taylors hatte ebenso wie der des Schwarzen George Floyd zu den Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA beigetragen. Die 26-Jährige wurde zu einer der Symbolfiguren der Black-Lives-Matter-Bewegung.

Im eigenen Bett erschossen

Die Notfallsanitäterin Taylor war in ihrer eigenen Wohnung erschossen worden, als Polizisten am 13. März bei einer Drogenrazzia ohne Vorankündigung ihre Tür eintraten.

Taylors Freund, der mit der 26-Jährigen im Bett lag, glaubte nach eigenen Angaben an einen Überfall, eröffnete mit seiner Waffe das Feuer und verletzte einen Polizisten.

Der nun angeklagte Polizist feuerte mindestens zehn Schüsse in die Wohnung, Taylor wurde mehrfach getroffen. Der Polizist wurde bereits im Juni wegen unangemessener Gewaltanwendung entlassen.

Sicherheitsbeamter in Louisville, Kentucky | Bildquelle: REUTERS
galerie

Sicherheitsbeamter in Louisville, Kentucky. Die Stadt befürchtet neue Ausschreitungen.

Ausnahmezustand in Louisville

Viele Demonstranten in Taylors Heimatstadt Louisville und darüber hinaus hatten darauf gedrängt, die Polizei für den Tod der Frau zur Rechenschaft zu ziehen. Auch Prominente wie die Sängerin Beyoncé, Moderatorin Oprah Winfrey und Basketballstar LeBron James hatten Gerechtigkeit für Taylor gefordert. Mitte September einigte sich Taylors Familie mit der Stadt Louisville auf eine Entschädigungszahlung von zwölf Millionen Dollar.

Aus Sorge vor Ausschreitungen verhängte Bürgermeister Greg Fischer den Ausnahmezustand. Die Polizei errichtete Barrikaden in der Innenstadt, Geschäfte und Restaurants schützten ihre Glasfassaden mit Sperrholzplatten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. September 2020 um 21:00 Uhr.

Darstellung: