Wolfgang Niersbach, Theo Zwanziger  | Bildquelle: REUTERS

Schweizer Bundesanwaltschaft Anklage gegen Ex-DFB-Funktionäre

Stand: 06.08.2019 13:24 Uhr

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat gegen Ex-DFB-Funktionäre Anklage erhoben. Der Vorwurf: arglistige Täuschung im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006. Die Beschuldigten sind Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat in der Affäre um die Fußball-WM 2006 Anklage gegen die früheren DFB-Funktionäre Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt erhoben. Der Vorwurf: Die drei sollen im April 2005 die Mitglieder des DFB-Organisationskomitees für die Fußball-WM 2006 in Deutschland "arglistig über den eigentlichen Zweck einer Zahlung in der Höhe von rund 6,7 Millionen Euro getäuscht" haben, heißt es in der Mitteilung.

Oder konkret mit den Worten von Juristen: Zwanziger und Schmidt sowie dem früheren FIFA-Generalsekretär Urs Linsi wird Betrug in Mittäterschaft vorgeworfen. Niersbach wird die Gehilfenschaft zu Betrug angelastet, wie die Behörde mitteilte. Eingestellt wurde im Juli laut Bundesanwaltschaft das Verfahren wegen des Verdachts auf Geldwäsche.

Schweizer Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen DFB-Funktionäre
tagesthemen 22:15 Uhr, 06.08.2019, Wolfgang Wanner, ARD Genf

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Für Niersbach ein "unsägliches Verfahren"

Die Beschuldigten hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Der ehemalige DFB-Präsident Niersbach teilte nun der Nachrichtenagentur dpa mit: "Materiell kann ich nur wiederholen, dass die erhobenen Vorwürfe völlig haltlos sind." In seinem schriftlichen Statement schrieb er zudem: "Es ist bezeichnend für dieses unsägliche Verfahren, dass man als Betroffener nach über drei Jahren erfahren muss, dass Anklage erhoben wird."

Auch gegen den damaligen WM-Organisationschef Franz Beckenbauer wird ermittelt. Jedoch wurde sein Verfahren im Juli abgekoppelt. Als Grund nannte die Bundesanwaltschaft dessen Gesundheitszustand, der "nach derzeitiger Prognose eine Teilnahme oder Einvernahme an der Hauptverhandlung vor Bundesstrafgericht nicht zulässt".

Joscha Bartlitz, HR, zur Anklage gegen die DFB-Funktionäre
tagesschau 17:00 Uhr, 06.08.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Privater Kredit für Zahlung von FIFA-Forderung?

Die Geschichte des Falls beginnt im Sommer 2002. Damals hatte sich Beckenbauer laut Bundesanwaltschaft beim Unternehmer Robert Louis-Dreyfus einen Kredit in Höhe von umgerechnet 6,7 Millionen Euro geholt. Dieses Geld floss den Ermittlern zufolge dann auf Konten des damaligen FIFA-Funktionärs Mohammed Bin Hammam. Warum das geschah, "konnte nicht abschließend geklärt werden", so die Bundesanwaltschaft. Die zuständigen Behörden in Katar hätten bei den Ermittlungen trotz entsprechender Bitte nicht geholfen.

Beckenbauer gab laut Bundesanwaltschaft an, dass Bin Hammam beziehungsweise die FIFA-Finanzkommission einen Zuschuss für das Organisationskomitee für die WM 2006 gefordert habe. Weil der DFB dieses Geld nicht habe bereitstellen wollen, habe er die Forderung mithilfe des Kredits persönlich beglichen.

Schmidt, Zwanziger, Beckenbauer, Niersbach am 18.11.2005 im Frankfurter Waldstadion | Bildquelle: dpa
galerie

Schmidt, Zwanziger, Beckenbauer und Niersbach: Gegen drei von ihnen ist nun von der Schweizer Bundesanwaltschaft Anklage erhoben worden. Das Verfahren gegen Beckenbauer läuft gesondert.

Fragliche Rückzahlung über DFB-Konto

Die Rückzahlung von Beckenbauers privatem Kredit erfolgte drei Jahre später. Und hier liegt der Punkt der Anklage: Statt von Beckenbauers persönlichen Konten floss das Geld laut Bundesanwaltschaft von einem DFB-Konto mit Umweg über die FIFA zurück an den Unternehmer Louis-Dreyfus.

Wie ist das möglich? Wieso wird - nach Überzeugung der Ermittler - von einem DFB-Konto Geld zurückgezahlt, wenn der DFB diese Summe vorher gar nicht zahlen wollte? "Die Beschuldigten wussten, dass der Präsidialausschuss des Organisationskomitees für die WM 2006, welcher in eine Zahlung dieser Größenordnung zwingend einzubeziehen war, der Tilgung des Darlehens [...] nicht zustimmen würde", heißt es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft.

Verhinderung von Verjährung

Um die Überweisung trotzdem vornehmen zu können, wurde dem Präsdialausschuss des Organisationskomitees nach Überzeugung der Ermittler von den Beschuldigten ein anderer Grund für die Überweisung untergejubelt. Nämlich die Beteiligung des DFB an der FIFA-Auftaktveranstaltung der WM 2006. Dem sollen die Verantwortlichen zugestimmt haben und so gelangte das Geld nach Auffassung der Bundesanwaltschaft an die FIFA - und diese soll den Millionenbetrag durch das Mitwirken von Linsi an den Unternehmer Louis-Dreyfus weitergeleitet haben.

Um eine Verjährung zu verhindern, muss bis April 2020 ein erstinstanzliches Urteil gefällt werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. August 2019 um 10:00 Uhr.

Darstellung: