Menschen in Ost-Ghouta | Bildquelle: AP

Zivilisten in Ost-Ghouta Angst vor syrischen Bodentruppen

Stand: 21.02.2018 18:53 Uhr

"Wir wissen nicht, wohin wir fliehen sollen." Die Lage für Zivilisten im syrischen Ost-Ghouta ist dramatisch. 400.000 sind eingekesselt. Sie befürchten eine Bodenoffensive.

Von Jürgen Stryjak, ARD-Studio Kairo

Viele Menschen in Ost-Ghouta glauben, dass die syrische Regierungsarmee und ihre Verbündeten das Gebiet in Schutt und Asche legen wollen, um es danach mit einer Bodenoffensive einzunehmen.In den syrischen Staatsmedien ist bereits die Rede von der Offensive. Im Moment wird Ost-Ghouta allerdings noch beschossen, aus der Luft und mit Artillerie. Die Raketen würden wie Regen fallen, so schildert es ein Augenzeuge.

Zivilschützer ziehen Verletzte und Tote aus den Trümmern. Die 53-jährige Khadija aus der Stadt Douma ist verzweifelt: "Wo sollen wir hin mit den Kindern? Wir brauchen einen sicheren Ort", sagt sie. "Der Lärm der Flugzeuge und der Drohnen am Himmel macht uns allen Angst. Wir gehen nicht mehr raus. Wir trauen uns nicht mal mehr, die Kinder zu irgendeinem Schutzraum zu bringen."

Lage in Ost-Ghouta
tagesschau 20:00 Uhr, 21.02.2018, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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400.000 Menschen eingekesselt

Im seit Jahren eingekesselten Gebiet von Ost-Ghouta gibt es tatsächlich Extremisten. Angeblich sind sie es, die das Assad-Regime mit seinen Angriffen bekämpfen will. Aber es gibt auch Menschen, die bislang einfach nicht wegkonnten oder wollten. Solche, die Angst vor dem Regime haben und jene, die engagiert die Not verwalten und Ost-Ghouta heute noch "ein befreites Gebiet" nennen. Rund 400.000 Menschen sollen sich dort aufhalten, die meisten von ihnen Zivilisten.

"Die Leute fürchten sich davor, dass das Regime einmarschiert", sagt Abu Muhammad, der in einem Schutzkeller ausharrt. "Wir wissen nicht, wohin wir fliehen sollen. Wenn die Bomben fallen, ist alles, was uns bleibt, dieser Keller. Hier sind wir mit unserer Angst eingesperrt, zusammen mit 200 anderen Familien", sagt er.

Karte: Syrien mit der Region und der Stadt Afrin und der Stadt Manbidsch
galerie

Im Nordosten Syriens setzte die Türkei die Angriffe auf die Stadt Afrin fort.

Türkei könnte die Offensive stoppen, wenn...

Unterdessen setzt im Norden Syriens die türkische Armee ihre Offensive gegen die YPG fort. Am Dienstag waren Assad-treue Milizen in der Stadt Afrin eingetroffen, offenbar zur Unterstützung der Kurden. Sie wurden vom türkischen Militär beschossen, womöglich waren es Warnschüsse, wie türkische Medien vermuten.

Die Türkei habe angekündigt, sie werde die YPG vernichten, um den Terrorismus zu bekämpfen, sagt der türkische Syrien-Experte Oytun Orhan. Die Türkei betrachte dies als ihr Recht zur Selbstverteidigung. Wenn die YPG-Kämpfer ihre Waffen komplett abgeben würden und das Kurdengebiet im Norden der syrischen Regierung zur Kontrolle überließe, dann könnte es sein, dass die Türkei damit zufrieden wäre. Anders formuliert: Es könnte sein, dass die Türkei ihre Offensive stoppt, wenn Assad für sie die Kurden in Schach hält.

Aber die Kurden haben in den vergangenen Jahren im Norden Syriens eine Autonomie ohne Assad aufgebaut. Schwer vorstellbar, dass sie die so einfach aufgeben werden.

Regierungstruppen greifen Ost-Ghouta an
J. Stryjak, ARD Kairo
21.02.2018 20:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Februar 2018 um 17:00 Uhr.

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Jürgen Stryjak, SWR

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