Ost-Goutha, Bild vom 20.02.2018 | Bildquelle: AFP

Angriffe auf Ost-Ghouta 300 Tote seit Sonntag

Stand: 21.02.2018 14:41 Uhr

Bei den Angriffen auf das syrische Rebellengebiet Ost-Ghouta sind laut Aktivisten allein seit Sonntag fast 300 Menschen getötet worden, mehr als 1000 wurden verletzt. Die UN zeigen sich "zutiefst beunruhigt".

Rund 300 Tote seit Sonntag - das ist laut Aktivisten die blutige Bilanz der Angriffe auf das nahe Damaskus gelegene Rebellengebiet Ost-Ghouta. Mehr als 1200 Menschen seien verletzt worden, viele davon schwer, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit, die den Rebellen nahe steht.

Nach einer kurzen Kampfpause in der Nacht habe der Beschuss mit Raketen und die Bombardierung des Gebiets im Umland der Hauptstadt Damaskus am Morgen wieder zugenommen, berichtete die Beobachtungsstelle weiter. Dabei seien aus Hubschraubern auch Fassbomben abgeworfen worden.

Fast 400.000 Menschen in Ost-Ghouta sind laut den UN von Luftangriffen, Artilleriebeschuss und Bombenangriffen betroffen. Die Menschen in der von syrischen Regierungstruppen belagerten Region lebten "unter extremen Bedingungen, Mangelernährung eingeschlossen".

Lage in Ost-Ghouta
tagesschau 17:00 Uhr, 21.02.2018, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Sorge um die Zivilbevölkerung

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich "zutiefst beunruhigt" über die Lage in dem Rebellengebiet. Besonders die Folgen für die Zivilbevölkerung machten ihm Sorgen, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric in New York. Ost-Ghouta sei Teil der Deeskalationsvereinbarung von Astana, so Dujarric. Der UN-Generalsekretär erinnere alle Parteien an deren Verpflichtungen. Garantie-Mächte des Abkommens sind Russland, der Iran und die Türkei.

Die Vereinten Nationen hätten wiederholt ein Ende der Kämpfe gefordert, um die Lieferung humanitärer Hilfsgüter zu ermöglichen sowie Kranke und Verwundete aus der Region schaffen zu können, so der Sprecher. Der Generalsekretär dringe darauf, die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur zu schützen.

Karte: Damaskus mit Ost-Ghouta
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Damaskus mit Ost-Ghouta

"Belagern und Aushungern"

Auch das US-Außenministerium zeigte sich über die jüngsten Berichte aus Ost-Ghouta beunruhigt. Die "Belagern-und-Aushungern"-Taktik der syrischen Regierung verschlimmere das humanitäre Desaster vor Ort, sagte Sprecherin Heather Nauert in Washington. "Das Grauen von Aleppo droht sich nun - wenige Kilometer von Damaskus entfernt - zu wiederholen. Und wieder werden vor allem unschuldige Zivilisten, darunter viele Kinder, Opfer der zerstörerischen Gewalt des syrischen Regimes und seiner Unterstützer", erklärte zudem ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Der Bürgerkrieg in Syrien hatte im März 2011 mit Protesten gegen die autoritäre Regierung von Machthaber Baschar al-Assad begonnen. Die Region Ost-Ghouta gehört zu den letzten Gebieten, die noch unter Kontrolle von Rebellen stehen. Dominiert werden sie von islamistischen Milizen. Ost-Ghouta ist seit Monaten von Regierungstruppen eingeschlossen. Über Wochen durften keine Hilfslieferungen in das Gebiet. Das habe zu einem schlimmen Mangel an Nahrungsmitteln geführt, sagte der regionale UN-Nothilfekoordinator, Panos Moumtzis. "Die humanitäre Lage der Zivilisten in Ost-Ghouta ist dabei, außer Kontrolle zu geraten."

Türkei beschießt erneut Afrin

Im Nordosten Syriens setzte die Türkei derweil die Angriffe auf die Stadt Afrin fort. Bei Artilleriebeschuss seien in der Nacht sechs Menschen verletzt worden, darunter vier Kinder, meldeten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die kurdische Nachrichtenseite Hawar News. Nach Angaben der Aktivisten flogen türkische Jets am Morgen zudem Luftangriffe. Die türkische Armee hatte vor rund einem Monat die Offensive auf das von der Kurdenmiliz YPG kontrollierte Gebiet begonnen.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Karte: Syrien mit der Region und der Stadt Afrin und der Stadt Manbidsch
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Im Nordosten Syriens setzte die Türkei die Angriffe auf die Stadt Afrin fort.

Bundesregierung besorgt über Lage in Syrien
Cecilla Reible, ARD Berlin
21.02.2018 08:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Februar 2018 um 02:50 Uhr.

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