Raketenbeschuss auf Tel Aviv | Bildquelle: MOHAMMED SABER/EPA-EFE/REX

Angriffe auf Tel Aviv Raketenbeschuss aus Versehen?

Stand: 15.03.2019 11:36 Uhr

Zum ersten Mal seit dem Gaza-Krieg 2014 ist Tel Aviv Ziel von Raketenangriffen geworden - womöglich aber nur aus Versehen. Davon geht die israelische Armee aus. Auch die Palästinenser bemühten sich um Deeskalation.

Von Tim Aßmann, ARD-Studio Tel Aviv

Israelische Medien zitieren ungenannte Quellen in der Armee, wonach der Raketenbeschuss gestern Abend auf Tel Aviv ein Versehen gewesen sein könnte. Zu diesem Ergebnis kommen den Berichten zufolge erste Untersuchungen der israelischen Armee. Sie geht davon aus, dass die zwei Raketen von Kämpfern der palästinensischen Hamas abgefeuert wurden, aber eben möglicherweise nicht absichtlich.

Hamas-Vertreter hatten zuvor dementiert, für den Beschuss aus dem Gazastreifen verantwortlich zu sein.

Israel fliegt Angriffe im Gazastreifen

Gestern Abend wurde in Tel Aviv Raketenalarm ausgelöst. Die zwei Geschosse gingen aber nieder ohne Schaden anzurichten. Als Reaktion auf den Beschuss der Großstadt griff die israelische Armee bis zum frühen Morgen rund 100 Ziele im Gazastreifen an. Darunter war nach Militärangaben auch eine unterirdische Produktionsstätte der Hamas für Raketen. Nach palästinensischen Angaben wurden vier Menschen bei den Angriffen verletzt.

Raketen auf Gaza | Bildquelle: MOHAMMED SABER/EPA-EFE/REX
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Raketen auf Gaza

Nachdem am Morgen noch vereinzelt Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel geschossen wurden, wirkt es nun so, als ob beide Seiten kein Interesse an einer weiteren Eskalation haben. Medienberichten zufolge gilt eine von Ägypten vermittelte, aber offiziell nicht bestätigte Feuerpause. Die palästinensischen Proteste an der Grenze, die jeden Freitag stattfinden, wurden heute abgesagt - nach Angaben der Organisatoren um die Lage nicht weiter zu verschärfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 15. März 2019 um 07:00 Uhr in den Nachrichten.

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