Der iranische Al-Kuds-General, Kassem Soleimani (Archivbild). | Bildquelle: AFP

Raketenangriff in Bagdad USA töten hochrangigen iranischen General

Stand: 03.01.2020 06:03 Uhr

Bei einem Luftangriff im Irak ist der einflussreiche Kommandant der Al-Kuds-Brigade, Soleimani, getötet worden. Mehrere weitere Menschen starben. Die USA meldeten, der Angriff sei auf Befehl von Präsident Trump erfolgt.

Bei einem US-Raketenangriff nahe dem Flughafen von Bagdad ist einer der hochrangigsten iranischen Generale getötet worden. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte den Tod von Kassem Soleimani, dem Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden. Das amerikanische Militär habe die Operation auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump ausgeführt, um weitere Attacken auf amerikanische Kräfte in der Region zu verhindern. Soleimani habe aktiv an Plänen gearbeitet, um amerikanische Diplomaten und Einsatzkräfte zu attackieren, erklärte das Pentagon.

Der General und die Al-Kuds-Brigaden seien verantwortlich für den Tod von Hunderten Amerikanern und Verbündeten. Er habe in den vergangenen Monaten Angriffe auf Stützpunkte von US-Verbündeten gesteuert und auch die gewaltsamen Proteste an der US-Botschaft in Bagdad gebilligt. Ziel des Angriffs sei es, den Iran von künftigen Attacken abzuschrecken. "Die Vereinigten Staaten werden weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unser Volk und unsere Interessen überall auf der Welt zu schützen", erklärte das Pentagon weiter. Trump selbst hatte zuvor auf Twitter lediglich das Bild einer US-Flagge verbreitet - ohne Kommentar.

Neuen Höhepunkt im Konflikt zwischen den USA und dem Iran

Der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif hat den US-Angriff auf Soleimani als "extrem gefährliche" und "dumme Eskalation" bezeichnet. Sarif verurteilte die Tötung des Generals in einer auf Twitter veröffentlichten Botschaft auch als "Akt des internationalen Terrorismus".

Soleimani war der prominenteste Vertreter und das bekannteste Gesicht des iranischen Militärs im Ausland. Die Al-Kuds-Brigaden gehören zu den Revolutionsgarden (IRGC), einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte. Die Revolutionsgarden bestätigten den Tod Soleimanis. Dieser war sowohl im Irak als auch im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien immer wieder an der Seite von schiitischen Milizen aufgetaucht, die vom Iran unterstützt werden. Sein Tod bedeutet einen neuen Höhepunkt im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

In der Nähe von Bagdads Flughafen waren drei Raketen eingeschlagen, wie die irakischen Sicherheitskräfte erklärten. Dabei seien mehrere Menschen verletzt worden und zwei Fahrzeuge in Brand geraten. Die Raketen gingen demnach nahe der Halle für Luftfracht herunter. Der irakischen Nachrichtenseite Al-Sumaria zufolge schlugen die Raketen nahe einem Sicherheitscamp beim Flughafen ein. Bei dem Angriff kam nach Angaben der vom Iran unterstützten irakischen Volksmobilisierungskräfte auch deren stellvertretender Leiter Abu Mahdi al-Muhandis ums Leben.

Eskalation in der Region

Bereits am vergangenen Wochenende hatte die USA die schiitische Milizen im Irak angegriffen. Als Reaktion darauf drangen am Dienstag Hunderte Demonstranten in Bagdads besonders gesicherte Grüne Zone ein, um die US-Botschaft zu stürmen. Mehrere Wachhäuschen wurden in Brand gesetzt, Mauern beschmiert und Brandsätze geworfen. Sicherheitskräfte drängten die Demonstranten jedoch zurück, bevor sie auf das Botschaftsgelände gelangen konnten. Zur Abschreckung setzte das US-Militär auch Kampfhubschrauber ein und verlegte rund 100 Marine-Infanteristen aus dem benachbarten Kuwait. Die USA machen den Iran für die Proteste verantwortlich. Die Führung in Teheran wies den Vorwurf vehement zurück.

Nach der Tötung Soleimanis durch das amerikanische Militär fürchtet der demokratische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus eine Eskalation des Konflikts zwischen den beiden Ländern. Der nun getötete Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden sei zwar für "unvorstellbare Gewalt" verantwortlich gewesen, und die Welt sei ohne ihn besser dran, schrieb Adam Schiff auf Twitter. Aber der US-Kongress habe den Raketenangriff in Bagdad nicht autorisiert, "und die Menschen in Amerika wollen keinen Krieg mit dem Iran", schrieb Schiff weiter. Die US-Truppen müssten nun gegen "die nahezu unvermeidliche Eskalation" geschützt werden.

USA töten ranghohen iranischen General
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
03.01.2020 07:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Januar 2020 um 04:43 Uhr.

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