Bewohner eines beschädigten Hauses in Westbengalen räumen nach "Amphan" ihre Habe zusammen. | Bildquelle: REUTERS

Nach Zyklon in Indien Regierung kündigt Hilfe an

Stand: 22.05.2020 12:43 Uhr

Nach Zyklon "Amphan" hat Indiens Premier Modi Geld für die Geschädigten angekündigt. Der Wirbelsturm hatte heftige Verwüstungen angerichtet. Die Corona-Krise erschwert nun die Aufräumarbeiten.

Nach einem der schwersten Wirbelstürme über Indien und Bangladesh der vergangenen 20 Jahre hat Indiens Premier Narendra Modi Hilfen angekündigt.

Dem besonders betroffenen Bundesstaat Westbengalen sollen rund 120 Millionen Euro zugute kommen, sagte Modi, nachdem er sich vom Hubschrauber aus ein Bild der Lage gemacht hatte. Auf dem Flug begleitete ihn die Ministerpräsidentin des Bundesstaats, Mamata Banerjee. Sie sagte, der Zyklon müsse als nationaler Katastrophenfall behandelt werden.

Mindestens 95 Tote und schwere Verwüstungen

Zyklon "Amphan" war am Mittwoch auf Land getroffen und hatte heftige Verwüstungen angerichtet. Mindestens 95 Menschen kamen durch den Sturm ums Leben.

In Westbengalens Hauptstadt Kalkutta wurde der Flughafen überflutet. Strom und Telekommunikation fielen in Teilen der Metropole mit 15 Millionen Einwohnern aus. Polizei und Katastrophenschutz arbeiteten daran, umgestürzte Bäume und andere Verwüstungen zu beseitigen.

Angst vor Corona-Ausbreitung nach "Amphan"

Die Evakuierungen und Aufräumarbeiten laufen in der Coronavirus-Pandemie unter erschwerten Bedingungen: Die Behörden von Indien und Bangladesch versicherten, sie hätten mehr Unterkünfte als gewöhnlich bei solchen Stürmen zur Verfügung gestellt. Mehr als drei Millionen Menschen waren im Vorfeld in Sicherheit gebracht worden, Masken sowie Desinfektionsmittel wurde verteilt.

Fernsehbilder zeigten jedoch Notunterkünfte, in denen kein Abstand gehalten wurde. Bereits im Vorfeld hatten Beobachter Befürchtungen geäußert, dass sich die Pandemie im Nachgang von "Amphan" in der Region weiter ausbreiten könnte.

Der bevölkerungsreichste Staat der Erde verzeichnet bislang offiziell 119.419 Infektionsfälle und 3599 Covid-19-Tote. Im Nachbarstaat Bangladesch sind 30.205 Fälle und 432 Tote bekannt.

Hilfsorganisationen kündigen Unterstützung an

Internationale Hilfsorganisationen bitten um Spenden, um Unterstützung für die Geschädigten durch den Zyklon stellen zu können. "Der Sturm war ungewöhnlich heftig und trifft die Menschen mitten in der Corona-Pandemie", sagte die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Bisher seien kaum ausreichende Ressourcen vor Ort vorhanden, um die Katastrophe zu bewältigen.

Zusammen mit ihren Partnern habe die Diakonie Katastrophenhilfe in der Region zur Vorsorge bereits Notunterkünfte gebaut. Nun gehe es darum, den weiteren Hilfsbedarf zu ermitteln und die Nothilfe rasch auszubauen. Die Helfer gehen davon aus, dass die betroffene Bevölkerung in den ersten Tagen nach dem Sturm vor allem Trinkwasser, Nahrungsmittel und Hygieneartikel braucht und vor weiteren Regenfällen geschützt werden muss.

Auch Caritas International und die Hilfsorganisation World Vision planen umfangreiche Unterstützung zu leisten. "Unsere Hilfsmaßnahmen konzentrieren sich auf die betroffenen Familien und insbesondere die Versorgung der Kinder", sagte Franklin Jones, Leiter der humanitären Hilfe von World Vision in Indien. Güter müssten schnellstens verteilt werden, auch um die weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern.

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