An der Schule wurden Blumen im Gedenken an die Opfer niedergelegt. | Bildquelle: AP

Amoklauf in Kalifornien "Schüler können sich nicht sicher fühlen"

Stand: 15.11.2019 09:51 Uhr

Nach dem Amoklauf im kalifornischen Santa Clarita gibt es erneut Forderungen nach schärferen Waffengesetzen in den USA. Ein 16-Jähriger hatte zwei Mitschüler erschossen und dann versucht, sich selbst zu töten.

Fast zeitgleich zu dem Amoklauf fand in Washington eine Senatssitzung zu schärferen Waffengesetzen statt, als dem demokratischen Senator Richard Blumenthal eine Notiz gereicht wurde. "In genau diesem Moment gibt es eine Schießerei in Santa Clarita, in Kalifornien", sagte Blumenthal und appellierte angesichts des Vorfalls an die US-Regierung. "Wir sind mitschuldig, wenn wir nicht handeln. Es ist nicht nur eine politische Verantwortung. Es ist ein moralischer Imperativ."

Auch der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, forderte US-Präsident Donald Trump und die Republikaner erneut dazu auf, eine Abstimmung in der Kammer über schärfere Waffengesetze zuzulassen.

Eine Gruppe Schülerinnen der Saugus High School trauern. | Bildquelle: AP
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Eine Gruppe Schülerinnen der Saugus High School trauern.

16-Jähriger erschießt zwei Mitschüler

Ein Schütze hatte an der Schule in Kalifornien das Feuer eröffnet und zwei Schüler erschossen, wie die Polizei von Santa Clarita - einer Stadt nördlich von Los Angeles mitteilte. Bei den Toten handele es sich um eine 16-Jährige und einen 14-Jährigen. Sie starben im Krankenhaus. Zwei Schülerinnen und ein Schüler zwischen 14 und 15 Jahren seien verletzt worden.

Der mutmaßliche Schütze - der am Donnerstag 16 Jahre alt geworden sei und ebenfalls die Saugus High School besucht habe - habe sich danach selbst mit der letzten Patrone in seiner Pistole in den Kopf geschossen. Die Polizei fand ihn und seine fünf Opfer auf dem Schulgelände vor.

Nach Informationen des FBI gebe es derzeit keine Hinweise auf ein Motiv oder eine Ideologie hinter der Tat. Die Behörden teilten mit, in dem betroffenen Schulbezirk blieben am Freitag alle Schulen geschlossen. Das geschehe aus Respekt vor den Opfern und deren Familien. Außerdem müsse Schülern und Mitarbeitern ermöglicht werden, die Geschehnisse zu verarbeiten.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom spricht auf einer Pressekonferenz | Bildquelle: dpa
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"Wie viele Schießereien sollen wir noch aushalten?", fragt der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom.

Jahrelanger Streit um Waffengesetze

Die Tat reiht sich in eine lange Liste von Gewalttaten mit Schusswaffen in den USA ein. Der demokratische Gouverneur Kaliforniens, Gavin Newsom, fragte: Wie viele Schießereien sollen wir noch aushalten?" Schüler können sich nicht sicher fühlen.

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton kritisierte in einem CNN-Interview, dass Trump zu wenig für strengere Waffenkontrollen tue. Trump selbst sprach den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme aus. "Wir beten für die schnelle Genesung der Verletzten", schrieb er auf Twitter. Er ist gegen eine Einschränkung des Rechts auf Waffenbesitz, das in der US-Verfassung verankert ist.

Bemühungen für schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere - vor allem, weil die Republikaner dagegen sind und die mächtige Waffenlobbyorganisation NRA Einfluss auf Politik und Gesellschaft ausübt.

Mit Informationen von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Zwei Tote bei Schießerei an High School
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
15.11.2019 08:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. November 2019 um 10:15 Uhr.

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