Türkische Soldaten fahren mit Panzern im Norden Syriens | Bildquelle: AFP

Nach Offensive in Syrien Türkei geht gegen Kritiker vor

Stand: 01.11.2019 02:40 Uhr

Amnesty International hat der Regierung in Ankara vorgeworfen, Hunderte Kritiker der Militäroffensive in Nordsyrien festgenommen zu haben. Die Anschuldigungen seien absurd und ein Vorwand.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erhebt neue Vorwürfe gegen die Türkei. Hunderte Kritiker der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien seien festgenommen worden, berichtete Amnesty. Betroffen sind demnach Medienvertreter, Oppositionelle sowie private Nutzer von Online-Netzwerken. 

"Die türkische Regierung nutzt die laufende Offensive als Vorwand, um massiv gegen Kritiker ihrer Politik vorzugehen", erklärte der Generalsekretär von Amnesty International Deutschland, Markus N. Beeko. Der Organisation zufolge sehen sich die Festgenommenen mit "absurden Anschuldigungen" konfrontiert.

Vorgehen gegen Journalisten

Die türkische Rundfunkaufsichtsbehörde habe bereits einen Tag nach Beginn der Offensive angekündigt, sie werde kritische Berichterstattung nicht tolerieren, hieß es weiter. Laut Amnesty wurden seither Journalisten festgenommen und Wohnungen Medienschaffender durchsucht. 

Zudem werde gegen mehrere Abgeordnete ermittelt, die sich kritisch über den Einmarsch geäußert hatten. Gewerkschafter und Mitglieder der oppositionellen prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP) wurden nach Angaben von Amnesty festgenommen.

Festnahmen wegen Online-Äußerungen

186 Menschen wurden nach Amnesty-Angaben wegen Äußerungen in den Online-Netzwerken festgenommen. Die Menschenrechtsorganisation appellierte an die türkische Regierung, das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie die Versammlungsfreiheit zu respektieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. November 2019 um 01:00 Uhr.

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