Todesstrafe | Bildquelle: dpa

Bericht von Amnesty International Zahl der Hinrichtungen geht zurück

Stand: 12.04.2018 02:02 Uhr

Weniger Todesurteile, weniger Hinrichtungen: Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist die Todesstrafe auf dem Rückzug. Zahlen aus China sind allerdings nicht bekannt.

Die Zahl der öffentlich bekannten Todesurteile und Hinrichtungen weltweit ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International registrierte 993 Hinrichtungen und damit vier Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Todesurteile sank sogar um 17 Prozent von 3117 auf 2591.

Allerdings fehlt wie in den Vorjahren China in der Statistik, da das Land Angaben zur Todesstrafe unter Verschluss hält. Amnesty geht davon aus, dass es dort Jahr für Jahr Tausende Todesurteile und Hinrichtungen gibt.

Guinea und die Mongolei haben die Todesstrafe abgeschafft

In dem Jahresbericht werden Exekutionen in insgesamt 23 Ländern dokumentiert. Der Iran führt die Statistik mit deutlichem Abstand vor Saudi-Arabien, dem Irak und Pakistan an. In der Islamischen Republik wurden demnach mindestens 507 Menschen hingerichtet, unter ihnen auch fünf Verurteilte, die zum Tatzeitpunkt minderjährig waren. Insgesamt sind die vier Länder für 84 Prozent der in dem Bericht dokumentierten Hinrichtungen verantwortlich. In den USA wurden den Angaben zufolge 23 Menschen hingerichtet.

Todeszelle im Staatsgefängnis von San Quentin, Kalifornien
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Todeszelle im Gefängnis von San Quentin, Kalifornien.

Laut der Amnesty-Statistik wurden 2017 weltweit mindestens 2591 Todesurteile verhängt und damit 526 weniger als im Jahr zuvor. "Jedes Jahr streichen weitere Staaten diese menschenverachtende Strafe aus ihren Gesetzesbüchern", erklärte die deutsche Amnesty-Expertin Andrea Berg.

Mehr Todesurteile wegen Drogendelikten

Im vergangenen Jahr schafften demnach Guinea und die Mongolei die Todesstrafe vollständig ab. Insgesamt würden in 142 Ländern keine Todesurteile mehr verhängt. "Dennoch sitzen 2017 weltweit mehr als zwanzigtausend Menschen in Todestrakten", beklagte Berg. Die Zahl der zum Tode verurteilten Häftlinge erhöhte sich dem Bericht zufolge um 16 Prozent auf 21.919.

Laut Amnesty wird die Todesstrafe vermehrt im Anti-Drogenkampf angewendet. 15 Länder verhängten oder vollstreckten demnach 2017 Todesurteile wegen Drogendelikten, die meisten davon in Nordafrika und dem Nahen Osten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. April 2018 um 04:56 Uhr.

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