Todesstrafe | Bildquelle: dpa

Amnesty International Zahl der Hinrichtungen weltweit sinkt

Stand: 10.04.2019 02:54 Uhr

Im Jahr 2018 wurden so wenig Hinrichtungen dokumentiert wie zuletzt vor zehn Jahren. Laut Amnesty International wurden weltweit 690 Menschen exekutiert. Doch die Dunkelziffer könnte deutlich höher liegen.

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben von Amnesty International weltweit so wenige Hinrichtungen dokumentiert wie zuletzt vor zehn Jahren.

Die Menschenrechtsorganisation verzeichnet in ihrem Jahresbericht 2018 zur Todesstrafe mindestens 690 Hinrichtungen in 20 Staaten. Im Vorjahr waren es noch 993 Exekutionen in 23 Staaten. Allerdings gebe es eine erhebliche Dunkelziffer vor allem in China, wo auch 2018 mutmaßlich mehrere Tausend Menschen hingerichtet worden seien, heißt es in dem Bericht, der heute vorgestellt werden soll.

Vier Länder für Großteil der Hinrichtungen verantwortlich

Vier Länder waren demnach für 78 Prozent der dokumentierten Exekutionen verantwortlich: Iran (mindestens 253), Saudi-Arabien (149), Vietnam (mindestens 85) und der Irak (mindestens 52).

Die insgesamt erhebliche Abnahme der Hinrichtungen habe im Wesentlichen zwei Ursachen: "Zum einen haben einige derjenigen Länder, die weltweit immerfort für das Gros der Hinrichtungen verantwortlich sind, wie Irak, Iran, Pakistan und Somalia die Anwendung der Todesstrafe zurückgefahren", stellt die Organisation fest. "Zum anderen verringerte sich auch die Zahl der Länder, von denen bekannt wurde, dass sie Hinrichtungen durchgeführt haben."

Urteile basieren teils auf erpressten Aussagen

Es habe im Kampf gegen die Todesstrafe auch einige Rückschritte gegeben, stellen die Autoren fest. In der Mehrheit der Länder, die Menschen zum Tode verurteilen oder hinrichten, werde die Todesstrafe nach Prozessen verhängt, die nicht den internationalen Rechtsstandards für ein faires Gerichtsverfahren entsprechen. In einigen Fällen basierten Urteile sogar auf Aussagen, die durch Folter oder Misshandlung erpresst worden sein könnten - so in Ägypten, Bahrain, China, Irak, Iran und Saudi-Arabien.

Trotzdem gelte: "Der Trend zur Abschaffung der Todesstrafe ist nicht mehr umzukehren. Jedes Jahr wird der Kreis derjenigen Staaten, die auf die Todesstrafe verzichten, größer."

Amnesty International legt Jahresbericht zu Hinrichtungen vor
Eric Graydon, ARD London
10.04.2019 12:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. April 2019 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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