Eine Ampulle des indischen COVID-19-Impfstoffes Covaxin. | AP

Corona-Impfstoff WHO erteilt Covaxin Notfallzulassung

Stand: 03.11.2021 16:39 Uhr

Der in Indien entwickelte Corona-Impfstoff Covaxin hat von der WHO eine Notfallzulassung erhalten. Damit gibt es mittlerweile sieben von der WHO anerkannte Vakzine. Die Wirksamkeit von Covaxin liegt bei 78 Prozent.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den ersten Corona-Impfstoff aus Indien anerkannt. Sie erteilte dem Präparat Covaxin der Firma Bharat Biotech eine Notfallzulassung, wie die WHO bekanntgab. Diese Zulassung haben damit nun inzwischen sieben Mittel: neben Covaxin auch die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca, Johnson & Johnson, Sinopharm und Sinovac. Die Prüfung des russischen Impfstoffs Sputnik V ist noch nicht abgeschlossen.

Die WHO-Notfallzulassung hat keine Relevanz für Länder oder Regionen mit eigenen Regulierungsbehörden wie die EU oder die USA. Sie prüfen Sicherheits- und Wirksamkeitsstudien selbst und entscheiden dann über eine Zulassung. Länder, die keine derartigen Behörden haben, verlassen sich aber bei der nationalen Zulassung auf die WHO. Auch UN-Organisationen können solche Impfstoffe dann kaufen und einsetzen. Die WHO empfiehlt allen Ländern, die Impfung mit Stoffen, die eine WHO-Notfallzulassung haben, bei Reisenden anzuerkennen.

Covaxin hat Wirksamkeit von 78 Prozent

Covaxin sei "besonders gut für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen geeignet, da er einfach gelagert werden kann", erklärte die WHO. Der Impfstoff hat eine Wirksamkeit von 78 Prozent und wird für Menschen ab 18 Jahren empfohlen. Die technischen WHO-Experten hätten festgestellt, dass der Nutzen einer Impfung deutlich größer sei als mögliche Nebenwirkungen.

Covaxin wird aus einem inaktivierten SARS-CoV-2-Antigen hergestellt. Der Impfschutz wird mit zwei Dosen im Abstand von vier Wochen hergestellt. Das Präparat ist in Indien - mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern zweitbevölkerungsreichstes Land der Welt - schon weit verbreitet. Auch in 15 anderen Staaten wurde der Impfstoff bereits zugelassen, darunter im Iran, in Mexiko und auf den Philippinen.

Tür-zu-Tür-Impfkampagne in Indien

Indien will auch mithilfe von Covaxin eine weitere Welle des Corona-Virus mit einer neuen Impfkampagne verhindern. Premierminister Narendra Modi forderte die zuständigen Behörden in Neu Delhi auf, in den verschiedenen Landesteilen Beschäftigte von Tür zu Tür zu schicken und die Leute zu impfen. Auch religiöse Anführer sollten in dem sehr religiösen Land mithelfen, weitere Teile der Bevölkerung zum Impfen zu bewegen. Viele Inderinnen und Inder haben sich bislang nur einmal impfen lassen.

An diesem Donnerstag steht das Lichterfest Diwali an - einer der bedeutendsten hinduistischen Feiertage, bei dem viele Familien zusammenkommen. Modi sagte: "Selbst in reichen Ländern greift Corona wieder an. Ein Land wie unseres wird dem nicht standhalten können. Es ist also wichtig, dass beide Impfdosen genommen werden."

In Indien ist nach einer tödlichen zweiten Welle im Frühling die Angst vor der Pandemie bei vielen verflogen. Nur noch wenige halten sich noch an Corona-Maßnahmen. Trotzdem sind die Zahlen seit Monaten sehr niedrig. Untersuchungen in mehreren Städten haben ergeben, dass viele Menschen inzwischen Antikörper im Blut haben - entweder wegen der durchgemachten Krankheit oder wegen der Impfung. Etwa ein Viertel der Bevölkerung ist vollständig geimpft. Etwas mehr als ein weiteres Viertel hat zumindest eine Spritze erhalten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. November 2021 um 17:00 Uhr.