Waldbrände in der Nähe eines kleinen Einkaufszentrums in der Nähe von Broomfield in Colorado.  | AP

Brände in den USA Zehntausende müssen vor Feuer fliehen

Stand: 31.12.2021 08:09 Uhr

Bei schweren Bränden im US-Bundesstaat Colorado sind Hunderte Häuser zerstört worden - mindestens sieben Menschen wurden verletzt. Zuvor hatten die Behörden Zehntausende Menschen zur Flucht aufgerufen.

Im US-Staat Colorado sind mitten im Winter mehrere Brände ausgebrochen. Die Städte Louisville und Superior 32 Kilometer nordwestlich von Denver mussten geräumt werden. Betroffen waren etwa 34.000 Einwohner. Angetrieben von Wind mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 169 Kilometern pro Stunde fraßen sich die Flammen in Teile der Städte hinein und zerstörten etwa 580 Gebäude, ein Hotel und ein Einkaufszentrum. Mindestens sieben Personen wurden verletzt, wie der Sheriff von Boulder County, Joe Pelle, sagte.

Katastrophenalarm ausgelöst

Zwei Brände seien im Abstand von etwa einer halben Stunde ausgebrochen, sagte Pelle. Einer sei gelöscht worden, der zweite habe sich auf etwa 6,5 Quadratkilometer ausgebreitet. Weitere Feuer wurden durch abgerissene Stromleitungen ausgelöst. Gouverneur Jared Polis löste Katastrophenalarm aus, damit Mittel für den Katastrophenfall schnell freigegeben werden können.

Die Evakuierung lief zwar geordnet, doch staute sich die Fahrzeuge auf den gewundenen Bergstraßen. Der immer wieder wechselnde Wind trug Flammen an überraschende Orte, selbst auf Mittelstreifen und Parkplätzen brannte es. Der Rauch war so dicht, dass ein Bus anhalten und warten musste, bis ihn die Verkehrswacht aus dem Qualm lotsen konnte.

Teile Colorados haben einen äußerst trockenen und warmen Herbst erlebt. Auch der Winter war sehr trocken. In Boulder County hat es seit dem Sommer nicht mehr richtig geregnet. Für heute wird allerdings mit Schnee gerechnet.

Ein Haus brennt, nachdem ein schnelles Lauffeuer durch ein Viertel in Louisville fegte. | AFP

Ein Haus brennt, nachdem ein schnelles Lauffeuer durch ein Viertel in Louisville fegte. Bild: AFP

Alaska meldet Wärmerekord

Im nördlichen Bundesstaat Alaska warnten die Behörden unterdessen vor einem "Icemageddon" - in Anspielung auf das Wort "Armageddon" (Deutsch: Desaster). Damit meinen sie die plötzlichen Eismassen, die Straßen in der Stadt Fairbanks blockierten.

Stunden zuvor hatte das Thermometer auf der Insel Kodiak im Süden Alaskas 19,4 Grad Celsius erreicht - ein historischer Wärmerekord für den Dezember in dem Bundesstaat. Dabei fiel so viel Regen wie seit Jahrzehnten nicht mehr, der am Boden gefror, als die Temperaturen wieder unter Null sanken.

Die Wetterkapriolen mit Schnee und Regen haben auch im Bundesstaat Washington sowie in Kalifornien für Verkehrsprobleme und Evakuierungen gesorgt. 

Wissenschaftler sehen Ursache in Klimawandel

Wissenschaftler führen das zunehmend unberechenbare Extremwetter der vergangenen Monate in den USA auf den menschgemachten Klimawandel zurück. Sowohl Brände als auch Stürme nehmen in ihrer Intensität zu und verursachen hohe Schäden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Dezember 2021 um 10:10 Uhr.