Feuerwehrleute sind im Einsatz im Kampf gegen das Sugar Fire. | dpa

Temperaturen um die 50 Grad Extremhitze und Waldbrände im Westen der USA

Stand: 11.07.2021 14:19 Uhr

Der Westen der USA wird derzeit von Waldbränden und Temperaturen um 50 Grad heimgesucht. In Kalifornien verdunstet ein Teil des Löschwassers aus Flugzeugen, bevor es die Flammen erreicht. In Arizona kamen zwei Feuerwehrmänner ums Leben.

Der Westen der USA kämpft mit Waldbränden und einer neuen Hitzewelle. Im Grenzgebiet zwischen den Staaten Kalifornien und Nevada tobte ein Brand auf einer Fläche von 222 Quadratkilometern. Im Süden Kaliforniens mussten wegen eines Buschfeuers zwei indigene Stämme ihre Siedlungen verlassen. Im Norden des US-Staates kämpfen 1200 Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand.

Abgeworfenes Löschwasser verdunstet

Bei den Waldbränden in Kalifornien war die Luft so trocken und heiß, dass ein Teil des von Flugzeugen abgeworfenen Löschwassers verdunstete, bevor es den Boden erreichte, wie Feuerwehrsprecherin Lisa Cox sagte. Rauch und heiße Luft hätten eine gewaltige Pyrocumulus-Wolke gebildet, die ihre eigenen Blitzschläge hervorgebracht habe, sagte Cox.

Die Funken des Waldbrandes seien bis zu 1,6 Kilometer weit gestoben und hätten neue Feuer ausgelöst, die die Feuerwehr nicht mehr habe erreichen können. Der Wind treibe die Flammen in ausgedörrte Schluchten, wo das Feuer viel Nahrung finde und an Tempo zulegen könne.

Feuerwehrleute sind im Einsatz im Kampf gegen das Sugar Fire in Kalifornien. | dpa

Feuerwehrleute in Doyle kämpfen gegen die Waldbrände. Fast 1000 Feuerwehrleute sind gegen die derzeitigen Brände im Einsatz. Bild: dpa

"Es läuft einfach über Bäume"

Außerdem entdeckten die Feuerwehrleute lodernde Flammen in Baumgruppen und einzelne Feuer, die durch weit verstreute Glut entzündet wurden, sagte Cox der "Los Angeles Times". "Das erhöht die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Feuers, weil sich das Feuer tatsächlich zwischen den Baumkronen bewegt", sagte sie. "Im Grunde läuft es einfach über die Bäume, bis es keine Bäume mehr hat."

Waldbrände wurden auch aus anderen Staaten im Westen der USA gemeldet: Im Süden Oregons fachte der Wind einen Waldbrand an, der seine Brandfläche am Samstag auf 311 Quadratkilometer verdoppelte. Im Staat Washington wuchs sich ein Waldbrand auf 155 Quadratkilometer aus.

Zwei Feuerwehrmänner sterben

In Arizona konnte zwar auf Räumungen wegen eines Feuers in Yavapai County verzichtet werden, doch in Mohave County kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben. Sie sollten mit einem Flugzeug einen Waldbrand beobachten und stürzten ab, wie die Behörden dem Sender KPHO-TV mitteilten.

Temperaturen von über 50 Grad

Die Temperaturen im Westen der USA sind derzeit extrem hoch: Im Nationalpark Death Valley erreichten sie am Samstag 53 Grad Celsius. Am Vortag waren es sogar 54 Grad gewesen, wie der nationale Wetterdienst mitteilte. Sollten die Daten bestätigt werden, wäre das die höchste auf der Erde gemessene Tagestemperatur seit mehr als 100 Jahren. Der Rekord stammt aus dem Juli 1913. Damals wurden im kalifornischen Wüstenort Furnace Creek 57 Grad erreicht.

Gluthitze auch in San Diego und Las Vegas

Auch in anderen Städten sind die Temperaturen hoch: Die Stadt Palm Springs in Kalifornien brütete am Samstag bei 49 Grad Celsius, in Las Vegas im Bundesstaat Nevada waren es 47. Der Wetterdienst warnte, die Hitze könne zu Gesundheitsschäden führen.

In nahezu ganz Kalifornien und in großen Teilen Nevadas galt dabei die höchste Warnstufe. Als gefährdet gelten dann nicht nur Ältere oder Kranke, sondern alle. Die Behörde rief die Menschen auf, ausreichend zu trinken, sich in gekühlten Räumen oder im Schatten aufzuhalten. Die Hitze soll mancherorts noch bis Montag andauern.

Stromnetzbetreiber sahen die Energieversorgung in Gefahr. Zum einen weil die Menschen in der Hitze ihre Klimaanlagen stärker laufen ließen und zum anderen, weil Waldbrände Stromleitungen zu unterbrechen drohten. In Kalifornien erlaubte Gouverneur Gavin Newsom den Einsatz von Schiffsmotoren, um zusätzlichen Strom erzeugen zu können.

Erst Anfang des Monats hatte eine Hitzewelle den Nordwesten der USA und das westliche Kanada mit Temperaturen bis knapp 50 Grad erfasst. Der vergangene Monat war nach Angaben der US-Klimabehörde NOAA mit einer Durchschnittstemperatur von 22,6 Grad Celsius der landesweit heißeste Juni seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen vor 127 Jahren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juli 2021 um 14:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Thomas D. 11.07.2021 • 19:27 Uhr

18:10 von Möbius

… Meiner Ansicht nach ist das heute alles halb so wild! Es ist Ihnen ja wichtig, regelmäßig darauf hinzuweisen, dass Sie Wissenschaftler sind. Was auch immer das bedeuten mag … Ist Ihnen bewusst, dass Sie sich mit Ihrem Kinderglauben extrem weit vom internationalen wissenschaftlichen Konsens befinden?