Oscar Academy Award | AFP

Vor der Verleihung "Zeigen, was möglich ist"

Stand: 27.04.2021 13:05 Uhr

Am Abend werden die Oscars verliehen - unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. Die Show soll in diesem Jahr filmischer werden und bekannte Produzenten die Einschaltquoten sichern.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Es ist eine Art Revolution für die Oscars: Die Show soll mehr einem Film gleichen. Und die Location ist dieses Mal nicht nur das Dolby Theater in Hollywood, sondern auch Union Station, der Bahnhof von Los Angeles.

Marcus Schuler ARD-Studio Los Angeles

"Wir haben schon Witze gemacht, weil wir so vertraut mit dem Bahnhof sind, weil hier schon so viele Filme entstanden sind", sagt Stacey Sher, eine von drei Produzentinnen der diesjährigen Oscars. Das sei romantisch, fühle sich an wie das alte Hollywood.

"Moment der Anerkennung" für Nominierte

Sher verrät im ABC-Fernsehen, Masken spielten bei der diesjährigen Oscar-Verleihung eine besondere Rolle. Gewinner sollen in diesem Jahr nicht per Zoom von der heimischen Couch zugeschaltet werden, sondern ganz ordentlich via Satellit - und in feinster Bild- und Tonqualität: "Jede nominierte Person in jeder Kategorie ist für uns ein Michael Jordan. Sie verdienen es, diesen Moment der Anerkennung zu erhalten."

Den Hut bei der Produktion der Oscar-Verleihung hat Steven Soderbergh auf, der Filme wie "Traffic", "Erin Brockovich" oder den Pandemie-Thriller "Contagion" gemacht hat.

Der dritte im Bunde der Oscar-Produzenten ist der kanadische Regisseur Jesse Collins. Vor einem Jahr wäre solch eine Show nicht möglich gewesen, glaubt er. "Es ist wichtig, dass wir zeigen, was möglich ist - mit Hilfe der Wissenschaft und mit Menschenverstand."

Oscar-Verleihung unter Erfolgsdruck

Was die drei Oscar-Producer nicht zugeben: Sie stehen unter heftigem Erfolgsdruck. Nicht erst seit der Pandemie kennt die Einschaltquote bei den Oscars nur eine Richtung: nach unten. Corona hat die Abwärtsspirale noch beschleunigt.

Collins meint vollmundig: "Wir müssen Unterhaltung bieten und dürfen Covid nicht als Ausrede für etwas Langweiliges benutzen. Das ist unsere Chance, etwas ganz anderes zu machen."

Viel Netflix, wenige klassische Blockbuster

Diese 93. Oscars sind auch bei den nominierten Filmen eine Besonderheit: Streaming-Plattformen wie Netflix dominieren. 35 Nominierungen hat die Plattform aus dem Silicon Valley erhalten - unter anderem zehn für die Film-Biografie "Mank".

Blockbuster - zumindest typisch für die technischen Kategorien - fehlen fast in diesem Jahr. Independent-Filme wie "Nomadland" oder "Minari" sind dagegen so stark wie nie. 

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell im Hörfunk am 25. April 2021 um 12:06 Uhr.