Soldaten der ukrainischen Streitkräfte | dpa

Kurz vor Biden-Putin-Treffen USA sagen Ukraine weitere Militärhilfe zu

Stand: 12.06.2021 08:49 Uhr

Am Mittwoch wird US-Präsident Biden seinen russischen Amtskollegen Putin treffen. Putin beschrieb das Verhältnis zu den USA nun als zerrüttet. Weitere US-Militärhilfen an die Ukraine dürften kaum zur Entspannung beitragen.

Wenige Tage vor dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Joe Biden und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin hat das Pentagon weitere Militärhilfen im Umfang von 150 Millionen Dollar für die Ukraine angekündigt. Die USA sagten Russlands Nachbarstaat unter anderem Artillerieaufklärungsradare, Systeme zur Erkennung von Drohnen und abhörsichere Kommunikationsausrüstung zu, wie aus einer Mitteilung hervorging.

Die Militärhilfe ist im US-Verteidigungshaushalt vorgesehen. Sie umfasst nach Angaben des Pentagons auch das Training, die Ausrüstung und die Beratung der ukrainischen Streitkräfte - um ihnen zu helfen, die Grenzen des Landes zu sichern.

2,5 Milliarden Dollar Unterstützung seit 2014

Bei dem 150-Millionen-Paket handele es sich um die verbleibenden Mittel, die der US-Kongress im laufenden Fiskaljahr zur Unterstützung der Ukraine bewilligt habe, hieß es aus dem Pentagon. Im März hatte das US-Verteidigungsministerium bereits Militärhilfen im Umfang von 125 Millionen US-Dollar angekündigt.

Nach Angaben der US-Regierung beläuft sich der Gesamtumfang der Militärhilfe an die Ukraine seit 2014 auf mehr als 2,5 Milliarden Dollar. Russland hatte sich damals die Krim mit ihren mehr als zwei Millionen Einwohnern einverleibt.

Ukraine, die Krim mit Sewastopol

Putin sieht Verhältnis zu den USA auf einem Tiefpunkt

Biden und Putin kommen am Mittwoch in Genf zusammen. Es ist das erste Treffen seit Bidens Amtsantritt und fällt in eine Zeit großer Spannungen zwischen den USA und Russland.

Der Kremlchef sieht das Verhältnis zu den USA inzwischen in einer schweren Krise. "Wir haben eine bilaterale Beziehung, die in den letzten Jahren ihren Tiefpunkt erreicht hat", sagte Putin in einem Interview mit NBC News.

Biden unterscheide sich radikal von seinem Vorgänger Donald Trump, den Putin als außergewöhnliche, talentierte und schillernde Person bezeichnete. Biden dagegen sei ein "Karrieremensch", der praktisch sein ganzes Erwachsenenalter in der Politik verbracht habe, so Putin.

Es gäbe mit Biden einige Vor- und einige Nachteile, aber sicher keine impulsiven Handlungen im Namen eines US-Präsidenten.

Biden wünscht sich "stabile, vorhersehbare Beziehung"

Der US-Präsident hatte zuvor gesagt, die USA wollten eine "stabile, vorhersehbare Beziehung" und suchten nicht den Konflikt mit Russland. Das Weiße Haus betont allerdings immer wieder, Putin mit dem Treffen nicht belohnen zu wollen und dass ein persönliches Gespräch wegen der Differenzen zwischen den Ländern besonders wichtig sei.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vor einer Woche in einem Interview gesagt, er hätte sich angesichts des andauernden Ukraine-Konflikts gewünscht, dass sich Biden vor dem Gipfel mit Putin bei einem persönlichen Treffen mit ihm abgestimmt hätte. Stattdessen telefonierten Biden und Selenskyj am Montag. Nach Angaben des Weißen Hauses betonte Biden, dass er für die territoriale Integrität der Ukraine einstehen werde. Zudem lud er Selenskyj für den Sommer ins Weiße Haus ein.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. Juni 2021 um 07:29 Uhr.

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KOMMENTARE

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Karl Maria Joseph Wüllenhorst Felleringe 12.06.2021 • 13:21 Uhr

10:45 von nie wieder spd

vielleicht will deshalb ja auch der grüne vizekanzlerkandidat verteidigungswaffen an die ukraine liefern, sodaß die in der lage sind sich gegen die usa und merkels finanzieller hilfe, die sie ja wohl beim arbeitsbesuch erklären will, zu verteidigen