Antony Blinken | AP

Ukraine-Konflikt US-Außenminister Blinken trifft Selenskyj

Stand: 19.01.2022 04:34 Uhr

US-Außenminister Blinken wird bei seiner Europa-Reise wegen der drohenden Eskalation im Ukraine-Konflikt auch den ukrainischen Präsidenten Selenskyj treffen. Die Verantwortung für die Situation sieht das Weiße Haus bei Russland.

Angesichts einer drohenden Eskalation der Ukraine-Krise trifft US-Außenminister Antony Blinken heute den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew. Zudem wird Blinken in der ukrainischen Hauptstadt auch ein Gespräch mit dem Außenminister des Landes, Dmytro Kuleba, führen. Der US-Chefdiplomat will bei den Treffen nach Angaben seines Ministeriums die Unterstützung der USA "für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine bekräftigen".

Blinken trifft russischen Außenminister Lawrow

Von Kiew aus wird Blinken am Donnerstag nach Berlin weiterreisen und dort Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens treffen. Am Freitag trifft er dann den russischen Außenminister Sergej Lawrow. Bei dem in Genf geplanten Gespräch werde Blinken darauf dringen, dass die russische Regierung umgehend Schritte zu Entspannung der Lage an der russisch-ukrainischen Grenze unternimmt, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Regierung.

Vor Journalisten sagte er weiter, Russland habe bislang trotz aller diplomatischen Bemühungen um eine Entspannung das Gegenteil einer Deeskalation verfolgt. Russland könne jederzeit an jedem Ort gegen die Ukraine losschlagen, möglicherweise zwischen Januar und Februar.

"Diplomatie ist nicht tot"

Das Treffen mit Lawrow sei eine Gelegenheit für die USA zu schauen, wo es eine Möglichkeit für Moskau und Washington gebe, eine gemeinsame Basis zu finden, hieß es weiter aus dem US-Außenministerium. "Diplomatie ist nicht tot", so eine Sprecherin. Man arbeite weiter sehr eng mit den Verbündeten zusammen, um sicherzustellen, dass es "massive Konsequenzen" geben werde, sollte Russland sich für eine weitere militärische Aggression gegen die Ukraine entscheiden.

Die US-Regierung warnte zudem vor einem möglichen Einmarsch Russlands in die Ukraine. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, machte erneut den russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Eskalation verantwortlich. "Präsident Putin hat diese Krise verursacht, indem er 100.000 russische Soldaten entlang der ukrainischen Grenzen zusammengezogen hat", sagte Psaki. "Um es klar zu sagen, wir halten die Situation für extrem gefährlich. Wir befinden uns jetzt in einer Phase, in der Russland jederzeit einen Angriff auf die Ukraine starten könnte."

Über dieses Thema berichteten am 19. Januar 2022 das Nachtmagazin um 00:20 Uhr und Inforadio um 07:21 Uhr.