New Yorker Polizeibeamte sichern den Tatort mit Absperrband. | EPA

FBI-Gewaltstatistik für 2020 Deutlich mehr Tötungsdelikte in den USA

Stand: 28.09.2021 00:25 Uhr

Die Zahl von Fällen tödlicher Gewalt ist in einigen US-Städten 2020 auf ein Rekordhoch gestiegen. Gleichzeitig sind andere Verbrechen seit dem Beginn der Corona-Pandemie zurückgegangen.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Waffengewalt gehört in den USA seit Jahrzehnten zum Alltag. Aber so dramatisch wie im vergangenen Jahr war es lange nicht: Die Zahl der Tötungsdelikte stieg 2020 im Vergleich zum Vorjahr landesweit um 30 Prozent. Laut FBI-Kriminalitätsstatistik wurden insgesamt 21.570 Menschen getötet - das sind rund 4900 mehr als im Jahr zuvor und der höchste Zuwachs an Morden seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1960.

Claudia Sarre ARD-Studio Washington

In einigen US-Städten wie Albuquerque, Memphis, Milwaukee, Tulsa und Des Moines kletterte die Rate auf ein Rekordhoch. Gleichzeitig gingen jedoch Verbrechen wie Drogenkriminalität oder Einbrüche seit Beginn der Corona-Pandemie zurück.

Auch im ersten Halbjahr 2021 wurden noch überdurchschnittlich viele Menschen Opfer tödlicher Gewalt, inzwischen sinken die Zahlen jedoch langsam. Rund 77 Prozent der tödlichen Verbrechen wurden mithilfe einer Waffe verübt.

Kriminalitätsforscher führen die enorme Zunahme an tödlicher Gewalt auf die coronabedingte wirtschaftliche und soziale Not zurück. Auch die Massenproteste gegen Polizeigewalt und Rassismus nach dem Tod von George Floyd spielten laut Polizei eine Rolle. Ein weiterer möglicher Grund sei außerdem eine Reform der Kautionsregelung, danach seien viele Gewalttäter aus dem Gefängnis entlassen worden.  

 

Über dieses Thema berichtete am 28. September 2021 die "tagesschau in hundert Sekunden" um 02:18 Uhr und die tagesschau um 08:00 Uhr.