Der frühere US-Außenminister George Shultz spricht in ein Mikrofon (Archivbild vom 29. Februar 2000) | AFP

Früherer US-Außenminister George P. Shultz ist tot

Stand: 07.02.2021 20:43 Uhr

Im Alter von 100 Jahren ist der ehemalige US-Außenminister Shultz gestorben. Der Republikaner diente unter Präsident Reagan als Chefdiplomat - und war das älteste noch lebende Mitglied einer früheren US-Regierung.

Der frühere Außenminister der USA, George P. Shultz, ist tot. Der von 1982 bis 1989 unter Präsident Ronald Reagan tätige Chefdiplomat starb am Samstag im Alter von 100 Jahren, wie die Denkfabrik Hoover Institution von der Universität Stanford mitteilte. Shultz verbrachte die 1980er-Jahre vorrangig damit, die Beziehungen der USA zur damaligen Sowjetunion zu verbessern und führte Verhandlungen zum Ende des nuklearen Wettrüstens an.

Unter Shultz' diplomatischen Vorstößen einigten sich die USA und die Sowjetunion 1987 auf den INF-Vertrag, der aus US-Sicht das Ziel hatte, das sowjetische Arsenal an bodengestützten Atomwaffen zu verringern. Bis heute gilt der Vertrag als historischer Versuch, die Abkehr vom Wettrüsten einzuleiten - ein Ziel, für das sich Shultz auch privat einsetzte. 2008 sagte er in einem Interview: "Jetzt, da wir so viel wissen über diese Waffen und ihre Macht, sind sie fast Waffen, die wir nicht nutzen würden. Daher denke ich, wären wir besser ohne sie dran."

George P. Shultz spricht im Jahr 1982 mit Joe Biden. | dpa

George P. Shultz (rechts) spricht im Jahr 1982 mit Joe Biden (links). Bild: dpa

Parteiübergreifend respektiert

Bevor der Republikaner Shultz mehr als sechs Jahre lang als Reagans Außenminister diente, war er unter Ex-Präsident Richard Nixon Arbeitsminister und Finanzminister. Shultz war das älteste noch lebende Mitglied einer früheren US-Regierung.

Die Hoover Institution gab seinen Tod erst mit einem Tag Verzögerung bekannt, eine Ursache wurde nicht genannt. Er starb in seinem Zuhause auf dem Campus der Stanford University. Er war ein angesehener Mitstreiter der Hoover Institution. Für seine akademischen Erfolge und seine Leistungen in Politik und Wirtschaft war er unter Republikanern und Demokraten gleichermaßen respektiert.

Ex-US-Außenminister George P. Shultz sitzt neben Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt. | dpa

George P. Shultz sitzt im Jahr 2012 mit Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt auf einem Podium. Bild: dpa

Keine Unterstützung für Donald Trump

In seinen Memoiren würdigte Ex-Außenminister Henry A. Kissinger Shultz als "hoch analytisch, ruhig und selbstlos". Ein außergewöhnliches Kompliment machte er ihm in seinem Tagebuch: "Wenn ich einen Amerikaner auswählen dürfte, dem ich das Schicksal der Nation im Angesicht der Krise anvertrauen würde, dann wäre es George Shultz." 2016 machten die beiden Schlagzeilen, als sie den für die Republikaner nominierten Präsidentschaftskandidaten Donald Trump nicht unterstützten. Auf die Möglichkeit von Trump im Weißen Haus angesprochen, wurde Shultz mit den Worten "Gott steh' uns bei" zitiert.

Der 1920 in New York City geborene Shultz wuchs in New Jersey auf. Er studierte Wirtschaft und öffentliche und internationale Angelegenheiten an der Princeton University.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell Hörfunk am 07. Februar 2021 um 22:08 Uhr.