Polizisten sperren in Denver einen Tatort ab. | AFP

Gewalt in den USA Mehr als 20.000 Schusswaffen-Opfer

Stand: 28.12.2021 09:10 Uhr

In Denver hat ein Mann vier Menschen erschossen, bevor er getötet wurde. Der Vorfall steht symbolisch für zunehmende Schusswaffengewalt in den USA. Allein in diesem Jahr wurden mehr als 20.000 Menschen getötet - Suizide herausgerechnet.

In den USA steigt die Zahl der durch Schusswaffen getöteten Menschen weiter an. Nach Berechnungen der Journalisten von "The Trace" wurden in diesem Jahr 20.329 Menschen erschossen, 846 mehr als 2020. Dabei werden demnach nur die Opfer von Morden, fahrlässigen Tötungen und Unfällen eingerechnet. Selbsttötungen mit Schusswaffen werden in der Statistik nicht aufgeführt - davon gab es in diesem Jahr mehr als 23.000.

Tote bei Schusswechsel in Denver

Auch heute wurde ein Zwischenfall mit Toten gemeldet. Im Großraum Denver erschoss ein bewaffneter Mann vier Menschen, bevor er von der Polizei getötet wurde. Mindestens ein Polizist wurde verletzt.

Die Ballungsräume sind die Zentren der Schusswaffengewalt in den Vereinigten Staaten. In Philadelphia mit etwa 1,5 Millionen Einwohnern wurde in diesem Jahr ein Negativ-Rekord aus dem Jahr 1990 gebrochen - die Stadt an der Ostküste verzeichnete mindestens 535 Tötungsdelikte und übertraf damit den damaligen Wert von 500 Tötungen. Aktivisten gegen Waffengewalt führen dies auch auf die Corona-Pandemie zurück. Wohnungsnot, Armut und eingeschränkte medizinische sowie soziale Hilfsangebote hätten die Situation verschärft, klagt etwa die Nichtregierungsorganisation Mothers in Charge an, die Angehörigen von Gewaltopfern hilft.

In der Hauptstadt Washington D.C. wurden mindestens 211 Tötungen verzeichnet, aber auch mittelgroße Städte wie Albuquerque führen mindestens 100 Tötungsdelikte auf.

Biden fordert strengere Gesetze

US-Präsident Joe Biden hat den Kongress mehrmals zu schärferen Waffenkontrollgesetzen aufgefordert. Das Unterfangen sei "frustrierend", klagte Biden jüngst am neunten Jahrestag des Amoklaufes in einer Schule in Newtown im Bundesstaat Connecticut, bei dem im Dezember 2012 ein 20-Jähriger 26 Menschen erschoss.

Bürgerrechtsgruppen kritisieren zudem, dass die Polizei gerade bei Minderheiten kein gutes Ansehen hat und bei Streitigkeiten deshalb nicht eingeschaltet wird.

14-Jährige beim Einkauf getötet

Kurz vor Weihnachten sorgte der Tod einer 14-Jährigen durch ein Polizeigeschoss in Los Angeles für Entsetzen. Valentina Orellana-Peralta wurde in einer Umkleidekabine von einem Querschläger tödlich getroffen. Polizisten hatten in dem Kaufhaus auf einen Mann geschossen, der mit einem schweren Fahrradschloss auf Menschen eingeschlagen hatte. Polizeichef Michel Moore kündigte inzwischen eine umfassende Untersuchung an.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Dezember 2021 um 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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Moderation 28.12.2021 • 21:20 Uhr

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