Mars-Rover Perserverance | AFP

Mars-Rover der NASA Große Pläne für "Perseverance"

Stand: 18.02.2022 11:28 Uhr

Seit einem Jahr erforscht der Rover "Perseverance" den Mars. Der Roboter musste mehrere Hürden überwinden, doch die NASA hält an ihrem Ziel fest: Die Suche nach früherem Leben soll in den nächsten Jahren weitergehen.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

"Perseverance ist gelandet." Den NASA-Ingenieuren im Kontrollzentrum fielen Felsbrocken von den Seelen. Fast sieben Monate unterwegs zum Mars, 480 Millionen Kilometer geflogen. Dann waren es die sieben Minuten Hölle, auf die es ankam. Das war die Frage vor genau einem Jahr: Würde der Rover heil auf der Marsoberfläche ankommen? Würde er seine große Aufgabe beginnen können? Die kurze Antwort darauf lautet "Ja".

Arthur Landwehr ARD-Studio Washington

Gesteins- und Bodenproben

"Er sucht nach Hinweisen auf früheres Leben von Mikroben. Dafür werden Gesteins- und Bodenproben genommen, die später einmal zur Erde zurückgebracht werden", erklärt die Projektleiterin Lori Glaze. Dafür bohrt der Rover mit dem Roboterarm in den Marsboden und verpackt den Bohrkern in kleine Röhrchen.

Und nach ein paar Wochen, erzählt Jessica Samuel, die verantwortlich für diesen Teil der Mission ist, sahen sie es zum ersten Mal. "Wir konnten durch das Röhrchen auf die Probe schauen, als sie noch im Bohrer war. Und da war klar, dass es ein Erfolg war." So wie "Perseverance" unverdrossen fährt, schon rund drei Kilometer insgesamt.

Nächstes Ziel ist ein Flussdelta

Nicht alles lief glatt. Die ersten Proben waren zu weich und zerfielen, und zuletzt hatten sich Kieselsteine verfangen und den Bohrer blockiert. Irgendwie ist es dann gelungen, den kleinwagengroßen Rover schräg zu stellen und so zu rütteln, dass alles wieder in Ordnung ist.

"Wir haben den Jezero-Krater untersucht, jetzt freuen wir uns auf das Delta", sagt Samuel. "Perseverance" ist in dem Krater gelandet, weil dort vor mehreren Milliarden Jahren einmal ein See war und hat sechs Proben genommen. Das nächste Ziel ist  jetzt das Flussdelta, das diesen See einmal speiste. Dort hofft man auf die interessantesten Proben, weil Leben Wasser braucht und der frühere Schlamm es versteinert haben könnte.

50 Gigabyte Bilder

"Die Hoffnung ist, dass wir am Ende eine Marsprobe zur Erde zurückbringen können", sagt NASA-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen. Das Raumschiff dafür muss aber noch gebaut werden. Die Gegenwart aber ist spannend genug.

Da ist der Hubschrauber "Ingenuity", der tatsächlich in der dünnen Marsatmosphäre fliegt und mit seinen Kameras den Rover unterstützt. Einen Monat sollte er fliegen, jetzt ist er in einem Jahr 19 Mal in die Luft gestiegen, fast vier Kilometer geflogen und lässt seine Batterien immer wieder aufladen.

Mehr als Einhunderttausend Bilder und 50 Gigabyte gesammelte Daten wurden zur Erde geschickt. 50 Gramm Sauerstoff konnte der Rover aus der Marsatmosphäre gewinnen. Auf zwei Jahre ist die Mission ausgelegt, aber Vorgänger "Opportunity" hielt dann 14 Jahre durch. Auf einen solchen Zeitraum hofft die NASA wieder.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. Februar 2022 um 09:48 Uhr.