Ein Restaurant-Angestellter im US-Bundesstaat Mississippi hält eine Maske (Archivbild). | AP

Delta-Variante US-Behörde empfiehlt wieder Maskentragen

Stand: 28.07.2021 01:39 Uhr

Als die US-Gesundheitsbehörde im Mai bekanntgab, dass sie Masken für Corona-Geimpfte fast überall für nicht mehr nötig hält, galt das als Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie. Die Delta-Variante zwang die Experten jetzt dazu, zurückzurudern.

In einer Kehrtwende wegen der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC künftig wieder das Maskentragen. Auch vollständig Geimpfte sollen in einigen Teilen des Landes, in denen sich das Virus besonders stark ausbreitet, in öffentlichen Räumen wieder Mund und Nase bedecken.Das gilt auch für Schulen.

US-Präsident Joe Biden rief dazu auf, die neuen Richtlinien zu beachten. "Mehr Impfungen und das Tragen von Masken in den von der Delta-Variante am stärksten betroffenen Gebieten werden es uns ermöglichen, die Art von Lockdowns, Schließungen, Schulschließungen und Störungen zu vermeiden, mit denen wir im Jahr 2020 konfrontiert waren." Die USA würden zu diesen Maßnahmen nicht wieder zurückkehren.

Biden will einem Medienbericht zufolge zudem Bundesbedienstete und Auftragnehmer der Regierung verpflichten, sich impfen oder regelmäßig testen zu lassen. Biden werde die Anforderung am Donnerstag bekanntgeben, berichtet der Sender CNN unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Kehrtwende nach Meilenstein im Mai

Zuvor hatten bereits die Städte Los Angeles und St. Louis die Maskenpflicht in Innenräumen wieder eingeführt, weil die Zahl der Neuinfektionen und Krankenhauseinweisungen stark gestiegen war. Derzeit verzeichnen die USA täglich durchschnittlich mehr als 57.000 neue Corona-Fälle und 24.000 Krankenhauseinweisungen.

Im Mai hatte die CDC für die allermeisten Situationen das Maskentragen in Innenräumen für vollständig Geimpfte nicht mehr für notwendig gehalten. Die CDC gibt dabei aber nur Empfehlungen ab. Letztlich entscheiden die US-Bundesstaaten selbst. Zur neuen Einschätzung trugen auch Informationen bei, die eine signifikante Wahrscheinlichkeit der Weitergabe des Virus auch von Geimpften möglich erscheinen lassen. 

CDC-Direktorin Rochelle Walensky betonte aber, "dass wir glauben, dass die überwiegende Mehrheit der Übertragung bei ungeimpften Personen und durch ungeimpfte Personen erfolgt (...)".

Besonders im Süden steigen die Infektionszahlen

Besonders stark war die Zahl der neuen Fälle zuletzt in vielen südlichen US-Bundesstaaten wie Florida, Missouri oder Arkansas gestiegen. Dort ist die Impfquote besonders niedrig. Knapp 50 Prozent aller Amerikaner - 163 Millionen Menschen - sind vollständig geimpft. Das ist deutlich weniger, als die Regierung für diesen Zeitpunkt angepeilt hatte.

Anders als die Zahl der Neuinfektionen ist jene der neuen Todesfälle pro Tag mit knapp 300 aber noch verhältnismäßig niedrig. Im Dezember und Januar lag diese Zahl regelmäßig bei mehr als 3000.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juli 2021 um 06:00 Uhr.