Stausee "Lake Mead" in den USA | Johanna Kandel

Lake Mead in den USA Dürre bedroht Trinkwasserversorgung

Stand: 13.09.2021 17:20 Uhr

Während Osten und Süden der USA unter Stürmen und Starkregen leiden, stöhnt der Westen des Landes seit Jahren unter einer Dürre. Der Lake Mead - das größte Trinkwasser-Reservoir der USA - hat einen Rekord-Tiefstand erreicht.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Die Luft flirrt. Der Asphalt ist weich. 46 Grad Celsius zeigt das Thermometer auf dem Armaturenbrett. Braun und steinig ist die Landschaft rund um Las Vegas. In der Wüste und den Canyons wächst kein Grashalm - auch nicht am Lake Mead, rund 40 Kilometer von Las Vegas entfernt.

Claudia Sarre ARD-Studio Washington

Der riesige türkisfarbene Stausee versorgt rund 20 Millionen US-Amerikaner mit Trinkwasser. Das Reservoir bekommt sein Wasser vom Colorado River. Seit einigen Jahren jedoch führt der Fluss nicht mehr genug Wasser, denn der Westen der USA leidet unter einer extremen Dürre. Die führt dazu, dass das Wasser im Lake Mead auf einen Rekord-Tiefstand gefallen ist.

Niedriger Wasserstand ist Folge des Klimawandels

"Wir sind im 22. Jahr der Dürre. Wir hatten viele Jahre lang nur extrem wenig Schnee in den Rocky Mountains", erklärt Patti Aaron, Wasser-Expertin vom Bureau of Reclamation, der Behörde für Wasserwirtschaft. "Von dort bekommt der Colorado River sein Wasser. 95 Prozent des Wassers im Colorado River stammen aus der Schneedecke."

Aarons Arbeitsort ist der Hoover Dam, eine Anfang der 1930er-Jahre erbaute Talsperre mit einem Kraftwerk, das rund 350.000 Haushalte mit Strom aus Wasserkraft versorgt. Die Staumauer des Hoover Dam staut den Colorado River zum 640 Quadratkilometer großen Lake Mead. Der niedrige Wasserstand sei sehr besorgniserregend und definitiv auf den Klimawandel zurückzuführen, so Aaron. Es werde immer heißer und trockener.

Sinken die Pegel weiter - und davon ist laut Klimaexperten auszugehen - könnte das dramatische Folgen für die Strom- und Trinkwasserversorgung in Nevada, Arizona und Kalifornien haben.

Wüsten-Landschaft bei Las Vegas | Johanna Kandel

Wüsten-Landschaft bei Las Vegas Bild: Johanna Kandel

Bürger müssen Wasser sparen

Einheimische wie Joe aus Las Vegas machen sich Sorgen über die zunehmende Trockenheit. Er spielt mit seinem Hund am Ufer des Colorado River. "Es ist schlimm", sagt er. "Ich war hier in den 80ern, als das Reservoir den Überlauf überflutet hat. Das war nicht passiert, seitdem sie den Hoover Damm in den 30er-Jahren gebaut haben. Und jetzt ist der Wasserstand so tief gesunken. In Vegas wird das Wasser ziemlich knapp."

In ganz Nevada müssen sich die Bürger schon jetzt an strenge Wassersparregeln halten. Außer in privaten Gärten ist bewässerungsintensiver Rasen nicht mehr erlaubt. Ab 2022 werden Bauern in Arizona kein Wasser mehr aus dem Lake Mead beziehen - so sieht es ein Plan der Regierung vor.

Bronson Mack von der Southern Nevada Water Authority fürchtet weitere Einschnitte: "Es ist wirklich wichtig, dass alle, die vom Colorado River abhängen, Widerstandfähigkeit aufbauen, damit wir vorbereitet sind auf weitere Auswirkungen des Klimawandels und auf eine weitere Reduzierung der Wasserversorgung. Und deswegen muss jeder, der vom Fluss abhängt, weniger Wasser verbrauchen."

Wassersparen und sich der Hitze und Trockenheit anpassen - nur so können die Menschen in Nevada, Arizona und Kalifornien die Klimaveränderungen und die weiter zunehmende Dürre überstehen.

Dieser Beitrag lief am 10. September 2021 um 11:42 Uhr im Deutschlandfunk in der Sendung "Umwelt und Verbraucher".