Joe Biden, US-Präsident | dpa

Klimagipfel USA wollen Treibhausgase bis 2030 halbieren

Stand: 22.04.2021 13:37 Uhr

Die USA haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2030 will das Land den Ausstoß an Treibhausgasen halbieren. So der Plan von US-Präsident Biden, der bereits vor Beginn des digitalen Klimagipfels bekannt wurde.

Die USA wollen ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2005 halbieren. Diesen Plan werde Präsident Joe Biden beim von den USA ausgerichteten digitalen Klimagipfel vorstellen, erklärte ein Regierungsvertreter. Ziel sei es, auch andere Länder zu einem ehrgeizigeren Vorgehen im Kampf gegen die Erderwärmung zu ermuntern.

Den Angaben zufolge sieht Bidens Plan eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen um 50 bis 52 Prozent zwischen 2005 und 2030 vor. Die EU hatte sich am Mittwoch auf ein Ziel von mindestens 55 Prozent im Vergleich zu 1990 festgelegt.  

Vorgabe des Pariser Klimaabkommens

Mit dem neuen Klimaziel erfüllt die Biden-Regierung eine Vorgabe des Pariser Klimavertrags von 2015. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hatte Biden die Rückkehr der USA in das Abkommen verfügt, aus dem sein Vorgänger Donald Trump ausgetreten war. Es sieht vor, dass Mitglieder ihre Klimaziele alle fünf Jahre nachbessern. Bei der Weltklimakonferenz in Glasgow, die im November stattfindet, sollen dies alle Partner offiziell tun. Andernfalls würde das Vertragsziel verfehlt, die globale Erwärmung bei unter 2 Grad - und möglichst bei nur 1,5 Grad - zu halten. Vergleichsmaßstab ist die vorindustrielle Zeit.

Die USA hatten sich 2015 unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama darauf festgelegt, als Beitrag zum Abkommen von Paris bis 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen um 26 bis 28 Prozent unter den Wert von 2005 zu senken. Umweltverbände und Wirtschaftsvertreter hatten die neue US-Regierung aufgefordert, als neues Klimaziel für 2030 eine Verringerung um mindestens 50 Prozent anzustreben.

USA zweitgrößter Verursacher von CO2-Emissionen

"Die Vereinigten Staaten warten nicht, die Kosten einer Verzögerung sind zu hoch und unser Land ist entschlossen, jetzt zu handeln", teilte die Regierung mit. "Der Klimawandel stellt eine existenzielle Bedrohung dar, aber auf diese Bedrohung zu reagieren bietet eine Chance, gut bezahlte Arbeitsplätze zu unterstützen, die arbeitenden Menschen zu stärken, öffentliche Gesundheit zu schützen und Umweltgerechtigkeit voranzubringen."

Um den Zielwert zu erreichen, müssten die USA im Energiesektor und im Transportwesen drastisch umschwenken, deutlich mehr auf erneuerbare Energien setzen und die Emissionen durch Kohle und Öl ebenso deutlich beschränken. Die USA sind nach China der weltweit größte Verursacher von CO2-Emissionen.

40 Staaten sind dabei

Rund 40 Staats- und Regierungschefs beraten von heute an bei dem digitalen Klimagipfel. Teilnehmen werden unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Russlands Staatschef Wladimir Putin und der chinesische Präsident Xi Jinping.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. April 2021 um 13:00 Uhr.

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Moderation 22.04.2021 • 15:54 Uhr

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