Umweltschutzteams, die nach einem Ölunfall im Pazifischen Ozean in Huntington Beach das Öl beseitigen.

Kalifornien Zäher Kampf gegen das Öl

Stand: 05.10.2021 10:00 Uhr

Hunderttausende Liter Öl sind an der Küste Kaliforniens aus einer Pipeline ausgetreten. Im Bezirk Orange County wurde der Notstand ausgerufen. Die Reinigung von Strand und Meer könnte sich noch lange hinziehen.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Durchsichtige Plastiksäcke türmen sich alle paar Meter am Strand von Huntington Beach. Von außen kann man die schwarzen Ölplacken erkennen, die Hilfskräfte vom Strand weggeschaufelt haben.

Katharina Wilhelm ARD-Studio Los Angeles

Anwohnerin Chelsea Foster schaut sich die Säcke mit besorgter Miene an: "Es ist empörend, dass das überhaupt passiert ist. Ich denke immer zuerst an die Meerestiere. Unsere Gesellschaft muss das wieder geradebiegen - wie viele Öl-Unfälle sollen wir noch erleben? Es ist einfach schrecklich!"

Rund eine halbe Million Liter Öl ausgelaufen

Rund eine halbe Million Liter Öl sollen am Wochenende durch eine defekte Ölpipeline ins Wasser geflossen sein.

Es ist nicht die größte Ölpest Kaliforniens, dafür hat der Bundesstaat schon zu viele erlebt. Doch für die Tier- und Pflanzenwelt ist das unerheblich. Vögel und Fische sind bereits betroffen.

Mit schwimmenden Barrieren versucht man, dass das Öl nicht in ein nahe gelegenes Naturschutzgebiet dringt. Katrin Foley von der Aufsichtsbehörde Orange County sagt, die betreffende Ölfirma müsse dafür zahlen: "'Amplify Energy' ist verantwortlich - sie werden dafür sorgen, dass ordentlich sauber gemacht wird und die müssen auch die finanziellen Schäden unserer Gemeinschaft hier begleichen."

 Ursache für das Leck wird noch untersucht

Die Betreiberfirma der Pipeline geht derzeit davon aus, dass ein Schiffsanker das Leck verursacht haben könnte. Tauchroboter seien dabei, das Rohr genau zu untersuchen.

Todd Spitzer, Bezirksanwalt von Orange County, sieht das kritisch. Er will lieber unabhängige Experten an der Pipeline-Untersuchung beteiligen - aus Sorge, die Firma könnte etwas verschleiern. "Die sind voreingenommen und sie werden alle versuchen, den Schaden kleinzuhalten", zeigt sich Spitzer überzeugt.

Reinigungskräfte in Schutzanzügen am gesperrten Huntington State Beach | AFP

Die Reinigung des Strandes könnte sich noch über Wochen hinziehen. Bild: AFP

Städte haben stark von Ölförderung profitiert

Das Weiße Haus sagte der betroffenen Region Hilfen zu. Viele kalifornische Städte haben massiv vom Öl profitiert. Noch immer wird Offshore und an Land Öl gefördert, auch wenn die Regeln dazu strenger geworden sind. Nicht zuletzt auch, weil es vor der Küstenstadt Santa Barbara im Jahr 1969 eine große Ölpest gab.

Miyoko Sakashita vom Zentrum für Biologische Diversität sagte dem Radionetzwerk NPR, dass es am besten wäre, die Ölbohrungen zu stoppen. Er warnte: "Das sind tickende Zeitbomben!"

Die Bürgermeisterin der Stadt sagte, dass die Strände wochenlang geschlossen bleiben könnten, bis die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Oktober 2021 um 09:00 Uhr.