Palmen wehen im Sturm am leeren Strand von St. Petersburg, Florida | AFP

Tropensturm vor Florida Hurrikan Ian nimmt weiter an Stärke zu

Stand: 28.09.2022 17:46 Uhr

Der Hurrikan Ian nähert sich der Westküste Floridas und wird dabei immer stärker. Inzwischen wurde er in die Kategorie fünf hochgestuft. Die Behörden warnen vor lebensbedrohlichen Sturmfluten.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Dies werden zwei sehr hässliche Tage, so die Warnung von Floridas Gouverneur Ron deSantis. Bereits seit der Nacht stürmt es an der der Südspitze Floridas in Key West gewaltig. Fernsehbilder zeigen meterhohe Wellen und heftige Regenfälle.

Claudia Sarre ARD-Studio Washington

Mit Windgeschwindigkeiten von fast 250 Kilometern pro Stunde nimmt Hurricane Ian derzeit Kurs auf die Westküste von Florida. Das Auge des Sturms soll am Nachmittag Ortszeit auf die Golfküste treffen, irgendwo zwischen Fort Myers und Venice südlich der Millionenstadt Tampa.

Eine Aufnahme des Hurrikans "Ian" aus dem Weltraum aus gesehen. | AP

Mit wachsender Kraft zieht Hurrikan "Ian" über den Golf von Mexiko und hat inzwischen Florida erreicht. Bild: AP

Erwartet werden auch katastrophale Regenfälle

Kevin Guffthrie von der Notfallmanagement Agentur Floridas warnt: "Dies wird eine lebensgefährliche Sturmflut verursachen, dazu Windgeschwindigkeiten eines Tropensturms im gesamten Bundesstaat und sogar vereinzelte Tornados."

Meteorologen sagen voraus, dass der Hurrikan der zweithöchsten Kategorie katastrophale Regenfälle von 30 bis 50 Zentimetern mit sich bringen wird. 10.000 Bewohner der Region sollten ihre Häuser verlassen, doch viele Menschen entschieden sich zu bleiben. An sie erging der Appell, sich nicht in Gefahr zu begeben.

Gouverneur deSantis warnte die Bürger davor, aus dem Haus zu gehen: "Gehen Sie nicht hinaus ins Auge des Sturms, es ist sehr gefährlich - auch, wenn Stille herrscht, und das Zentrum des Sturmes direkt über Ihnen ist." Der Sturm werde eine Menge Schäden anrichten, es würden massive Stromausfälle, Schäden an der Infrastruktur und den Kommunikationsleitungen erwartet, so deSantis.

Behörden sind beunruhigt

Seit rund 100 Jahren hat es in der Region um Tampa keinen derartigen Tropensturm mehr gegeben. Behörden sind beunruhigt, weil in den vergangenen Jahrzehnten immer näher am Wasser gebaut wurde. Der "Sunshine State" hat in den vergangenen Jahren einen Bevölkerungszuwachs von drei Millionen Menschen erfahren.

Auch die Bürgermeisterin von Tampa, Jane Castor, macht sich Sorgen, weil große Teile der Metropole sehr tief liegen:

Wenn die Sturmflut reinkommt und wir gleichzeitig versuchen, die heftigen Regenmengen durch unser Abwassersystem abzuleiten, wird das nicht funktionieren. Es wird zu Überflutungen kommen. Wir müssen nur sicherstellen dass alle Menschen in der Tampa Bay Area sicher sind.

Mehr als 3200 Mitglieder der Nationalgarde stehen bereit, um sich an den Rettungs- und Aufräumarbeiten zu beteiligen. Weitere 1800 Soldaten sind in Alarmbereitschaft. Spätestens Freitagmorgen soll der Sturm Richtung Georgia und South Carolina abziehen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. September 2022 um 17:00 Uhr.