Menschen demonstrieren am 19. Juni 2020 in Brooklyn | AP

Gedenken an Ende der Sklaverei USA erklären "Juneteenth" zum Feiertag

Stand: 18.06.2021 01:07 Uhr

Dem Ende der Sklaverei wird in den USA künftig mit einem landesweiten Feiertag gedacht. US-Präsident Biden unterzeichnete ein entsprechendes Gesetz. Bereits in dieser Woche werden ihn viele Staatsbedienstete begehen.

Die USA werden künftig mit einem landesweiten Feiertag an das Ende der Sklaverei erinnern. Der Gedenktag "Juneteenth", der 19. Juni, der das Ende der Sklaverei markiert, wurde zum elften landesweiten Feiertag erklärt. US-Präsident Joe Biden setzte eine entsprechende Gesetzesvorlage nach der Verabschiedung durch beide Kammern des Kongresses in Kraft.

Das sei für ihn vermutlich eine der größten Ehren als Präsident, sagte Biden. "Große Nationen ignorieren ihre schmerzhaftesten Momente nicht", sagte er. "Sie umarmen sie." US-Vizepräsidentin Kamala Harris sagte: "Wir sind weit gekommen und wir haben einen weiten Weg vor uns, aber heute ist ein Tag des Feierns."

"Wir müssen aus unserer Geschichte lernen"

Biden erklärte, dass es an diesem Tag darum gehe, sich an den "moralischen Schandfleck", an "Amerikas Erbsünde" zu erinnern. "Wenn wir uns an diese Momente erinnern, beginnen wir zu heilen und werden stärker", sagte der US-Präsident. "Bundesweite Feiertage sind etwas Wichtiges. Es sind Tage, an denen wir als Nation beschlossen haben, innezuhalten und Bilanz zu ziehen", sagte US-Vizepräsidentin Kamala Harris bei der Zeremonie im Weißen Haus. "Wir müssen aus unserer Geschichte lernen. Und wir müssen unseren Kindern unsere Geschichte beibringen."

Am 19. Juni wird in den USA des Endes der Sklaverei gedacht. An jenem Tag im Jahr 1865 war die Emanzipationsproklamation zur Befreiung der Sklaven in Texas bekannt gemacht worden. In dem südlichen Bundesstaat und einigen weiteren ist "Juneteenth" schon seit längerem ein Feiertag. Nun ist der 19. Juni - jetzt offiziell "Juneteenth National Independence Day" - der erste neu eingeführte landesweite Feiertag in den USA seit dem "Martin Luther King Jr. Day" im Jahr 1983.

14 Gegenstimmen im Repräsentantenhaus

Die Verabschiedung des Gesetzentwurfs war im vergangenen Jahr zunächst an einem republikanischen Senator gescheitert. Als Grund hatte Ron Johnson aus dem Bundesstaat Wisconsin damals Bedenken zu den Folgekosten angeführt. Seinen Widerstand gab er nun jedoch auf. Einige republikanische Abgeordnete lehnten den neuen Nationalfeiertag weiterhin ab; 14 stimmten gegen den Gesetzentwurf im Repräsentantenhaus. Er sei ein Versuch, "Identitätspolitik" zu feiern, sagte etwa Matt Rosendale.

Da sich die Demokraten durch die Wahlen 2020 das Präsidentenamt und eine knappe Mehrheit im Senat sichern konnten, haben sich die Machtverhältnisse zudem seither verschoben. Die landesweiten Proteste und die Debatte über Rassismus, die durch die gewaltsamen Tode mehrerer Schwarzer bei Polizeieinsätzen entfacht wurden, verschafften dem Vorhaben weiteren Auftrieb.

Feiertag wird unmittelbar begangen

Das US-Büro für Personalmanagement teilte bei Twitter mit, dass die meisten Staatsbediensteten des Bundes bereits an diesem Freitag den neuen Feiertag begehen würden. Denn da der 19. Juni in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, solle er bereits am Freitag eingelegt werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Juni 2021 um 09:00 Uhr.