US-Präsident Joe Biden bei seiner Ansprache zur Lage der Nation | EPA

Rede zur Lage der Nation "Putin hat sich verkalkuliert"

Stand: 02.03.2022 04:45 Uhr

US-Präsident Biden hat seine erste Rede zur Lage der Nation gehalten. Er richtete eine deutliche Botschaft an den russischen Präsidenten und kündigte weitere Strafen an. So schließen die USA ihren Luftraum für russische Maschinen.

US-Präsident Joe Biden hat den russischen Staatschef Wladimir Putin wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine scharf attackiert. Er bezeichnete ihn in seiner seiner Rede zur Lage der Nation als "russischen Diktator". Putin habe versucht, "die Grundfesten der freien Welt zu erschüttern", sagte Biden.

Der US-Präsident kündigte schwere Konsequenzen für die russische Invasion in der Ukraine an. "Er hat keine Ahnung, was auf ihn zukommt", sagte er. Wenn Diktatoren für ihre Aggressionen keinen Preis zahlten, verursachten sie noch mehr Chaos, das habe die Geschichte gezeigt, sagte Biden im Kongress. Sie machten weiter und die Bedrohung für Amerika und die Welt wachse.

Bündel von weiteren Strafen

Biden kündigte an, wie mehrere Verbündete der USA, auch den amerikanischen Luftraum für alle russische Flüge zu sperren. Das werde Russland noch weiter isolieren und die Wirtschaft des Landes zusätzlich belasten. Auch Russlands Zugang zu Technologie werde abgewürgt, was dessen Militär auf Jahre schwächen werde.

Man arbeite außerdem daran, Jachten und Immobilien russischer Oligarchen zu beschlagnahmen. "Wir werden Ihre unrechtmäßigen Gewinne abholen", sagte er an sie gewandt. "Wir fügen Russland Schmerz zu und unterstützen das ukrainische Volk. Putin ist jetzt von der Welt isolierter als jemals zuvor."

"Eine Wand der Stärke"

Er hob in einer Ansprache die Tapferkeit der ukrainischen Soldaten hervor. Putin habe sich "schwer verkalkuliert". "Er dachte, er könnte in die Ukraine einmarschieren und die Welt würde sich wegdrehen", sagte Biden. "Stattdessen ist er auf eine Wand der Stärke gestoßen, die er sich nie vorgestellt hätte." Er habe gedacht, der Westen und die NATO würden nicht reagieren. Und er könne unser Land spalten. "Putin hat sich geirrt. Wir waren darauf vorbereitet."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und die Ukrainer würden die Welt mit "ihrer Furchtlosigkeit, ihrem Mut, ihrer Entschlossenheit" inspirieren. "Putin mag Kiew mit Panzern einkreisen, aber er wird niemals die Herzen und Seelen der Ukrainer gewinnen", sagte Biden. "Er wird niemals ihre Liebe zur Freiheit auslöschen. Er wird niemals die Entschlossenheit der freien Welt schwächen."

Maßnahmen gegen die Inflation

Biden ging in seiner Rede auch auf innenpolitische Herausforderungen ein. Er erläuterte Pläne zur Bekämpfung der Inflation durch Reinvestitionen in die amerikanischen Produktionskapazitäten, die Beschleunigung der Lieferketten und die Verringerung der Belastung der Arbeitnehmer durch Kinderbetreuung und Pflege älterer Menschen.

"Wir haben die Wahl", sagte Biden. "Eine Möglichkeit, die Inflation zu bekämpfen, besteht darin, die Löhne zu senken und die Amerikaner ärmer zu machen. Ich habe einen besseren Plan zur Inflationsbekämpfung. Senken Sie Ihre Kosten, nicht Ihre Löhne."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. März 2022 um 12:10 Uhr.