Ein Mann staubsaugt den Boden eines Flurs im US-Kapitol in Washington, DC, ab. | AFP

Vertragsarbeiter der US-Regierung Biden erhöht Mindestlohn für Hunderttausende

Stand: 27.04.2021 15:36 Uhr

Ein landesweiter Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde ist eines der großen Versprechen von US-Präsident Biden. Dieses löst er nun für Vertragsarbeiter der Regierung ein. Davon profitieren vor allem Putzkräfte und Handwerker.

US-Präsident Joe Biden will Vertragsarbeitern der Regierung mehr Geld zahlen. Ihr Mindestlohn soll von derzeit 10,95 auf 15 Dollar pro Stunde angehoben werden. Eine entsprechende Verfügung werde der Präsident im Laufe des Tages erlassen, erklärte eine ranghohe Vertreterin der Regierung.

Wer derzeit nur das Minimum bekommt, darf sich damit auf eine 37-prozentige Lohnerhöhung freuen. Allerdings soll die Anpassung schrittweise und nicht auf einen Schlag erfolgen.

Umstellungsfrist bis März 2022

Vorgesehen ist, dass sich der neue Mindestlohn in allen Neuverträgen ab dem 30. Januar 2021 wiederfindet. Bis Ende März des kommenden Jahres müssen auch alle bestehenden Verträge umgestellt werden. Ab 2023 sollen die Bezüge dann entsprechend der Inflationsrate angepasst werden.

Das Dekret soll die Löhne außerdem für alle Vertragsarbeiter der Regierung vereinheitlichen. Denn bislang gab es auch deutlich geringere Stundensätze für diejenigen, die Trinkgeld bekommen und erst auf diese Weise den Mindestlohn erreichen.

"Fünf Millionen Menschen für Regierung tätig"

Wie viele Personen genau von der Anhebung profitieren werden, konnte die Regierung zunächst nicht sagen. Vertreter des Weißen Hauses sagten, dadurch würden "Hunderttausende Arbeiter" besser gestellt und müssten nicht mehr in Armut leben, obwohl sie einen Vollzeitjob haben.

Nach Zahlen der Brookings Institution aus dem vergangenen Jahr sind geschätzt fünf Millionen Mitarbeiter für Auftragnehmer der US-Regierung tätig. Die Regelung betrifft vor allem Mitarbeiter von Firmen, die im Auftrag der Regierung Dienstleistungen erbringen. Dazu gehören zum Beispiel Reinigungskräfte, Wartungsmitarbeiter, Handwerker oder Kantinenangestellte.

Landesweiter Mindestlohn bei 7,25 Dollar

In der Biden-Regierung ist man zuversichtlich, dass die höheren Kosten für den Steuerzahler durch erhöhte Produktivität wieder wettgemacht werden. Der US-Präsident hatte im Wahlkampf versprochen, sich für einen landesweiten Mindestlohn in Höhe von 15 US-Dollar pro Stunde einzusetzen. Ein Versuch seiner Demokraten, ein entsprechendes Gesetz mit dem jüngsten Corona-Konjunkturpaket durchzusetzen, war aber im Senat gescheitert.

Der landesweite Mindestlohn liegt derzeit bei 7,25 Dollar. Daneben gibt es in manchen Bundesstaaten auch höhere Grenzen. Das wirtschaftlich starke New York etwa hat bereits eine stufenweise Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Dollar beschlossen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. April 2021 um 13:00 Uhr.