US-Präsident Joe Biden spricht auf einer Pressekonferenz. | AFP

USA Biden verteidigt Bilanz nach erstem Amtsjahr

Stand: 19.01.2022 23:27 Uhr

Seit einem Jahr ist US-Präsident Biden im Weißen Haus - Zeit für eine Zwischenbilanz. Während seine Zustimmungswerte in den vergangenen Monaten deutlich gesunken sind, sieht Biden "enorme Fortschritte".

Ein Jahr nach seinem Amtsantritt hat US-Präsident Joe Biden die Bilanz seiner Regierung gegen Kritik verteidigt. Biden sprach bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus von einem Jahr der Herausforderungen, aber auch der "enormen Fortschritte".

Der US-Präsident verwies unter anderem auf die Zunahme der Impfrate seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr. Mit Blick auf die sich in den USA rasch verbreitende Omikron-Variante des Coronavirus sagte er, es gebe keinen Grund zur Panik. Man sei bei der Pandemie jetzt auf einem anderen Stand.

Zudem verwies Biden auf wirtschaftliche Erfolge. So seien in seiner Regierungszeit sechs Millionen neue Jobs geschaffen worden. Arbeitslosigkeit und Armut hätten abgenommen, Gehälter hätten dagegen zugelegt.

Zustimmung für Biden sinkt

Bidens Zustimmungswerte sind deutlich gesunken, Umfragen zufolge sind nur noch gut 42 Prozent der Amerikaner mit seiner Arbeit zufrieden. "Ich weiß, dass es im Land eine Menge Frust gibt", sagte er. Biden ist unter anderem wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie unter Druck, bei deren Bekämpfung seine Regierung Rückschläge erlitten hat. Zwar ist die Arbeitslosenquote annähernd auf das Niveau vor der Pandemie gesunken, Sorge bereitet aber die Inflation: Die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten steigen so stark wie seit 40 Jahren nicht mehr.

Außenpolitisch hat das Debakel um den US-Abzug aus Afghanistan dem Präsidenten geschadet. Biden hat zudem mehrere zentrale Versprechen nicht erfüllt. Mit Plänen für Wahlrechtsreformen und ein Gesetzespaket für Soziales und Klimaschutz ist er bislang am Kongress gescheitert - obwohl seine Demokraten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat knappe Mehrheiten haben. Bei den Kongresswahlen im November könnten die Republikaner die Mehrheit in beiden Kammern zurückerobern.

Der Demokrat Biden hatte das Präsidentenamt am 20. Januar 2021 von dem Republikaner Donald Trump übernommen. Trump sieht sich bis heute ohne jeden Beweis durch Wahlbetrug um den Sieg gebracht, seine Niederlage hat er nie anerkannt. Trumps Lager scheiterte mit Dutzenden Klagen gegen das Ergebnis.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 20. Januar 2022 um 00:16 Uhr.