Flughafen Minsk | dpa

Anordnung der US-Regierung Keine Flugtickets mehr von USA nach Belarus

Stand: 07.07.2021 10:28 Uhr

Die USA verbieten den Verkauf von Flugtickets nach Belarus. Es ist vor allem ein symbolischer Schritt. Direktflüge zwischen beiden Ländern gibt es keine. Trotzdem ist es ein Signal an Machthaber Lukaschenko.

Das US-Verkehrsministerium hat den Verkauf von Tickets für Flüge zwischen den USA und Belarus gestoppt. Die Anordnung bezieht sich auch auf Reisen bei denen Tickets über eine Airline gekauft, die Flüge aber von mehreren Fluggesellschaften durchgeführt werden.

Hintergrund für die Beschränkungen ist die Umleitung eines Ryanair-Fluges nach Minsk und die anschließende Verhaftung eines belarusischen Journalisten, der sich an Bord befand. Dem Blogger Roman Protassewitsch drohen 15 Jahre Haft.

US-Pilotenverband begrüßt Beschränkungen

US-Präsident Joe Biden hatte die erzwungene Flugänderung durch Belarus als ungeheuerlichen Vorfall bezeichnet. Die USA hatten auf den Vorfall aber nicht unmittelbar mit Beschränkungen reagiert. Der amerikanische Pilotenverband ALPA begrüßte die Anordnung des Verkehrsministeriums, für die es nur Ausnahmen gibt, wenn diese im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten stünden, aus humanitären Gründen sowie aus Gründen der nationalen Sicherheit.

Vor allem symbolische Bedeutung

Die Einschränkung des Ticket-Verkaufs hat vor allem symbolische Bedeutung. Flüge nach Belarus werden relativ selten von US-Reiseunternehmen gekauft. Üblicherweise nutzen US-Passagierfluglinien den belarusischen Luftraum nicht.

Die Ryanair-Maschine war am 23. Mai auf dem Weg von Athen nach Vilnius in Litauen. Mit der Begründung, an Bord befinde sich eine Bombe, zwangen belarusische Behörden die Mannschaft, in Minsk zu landen. An Bord war der bekannte oppositionelle Blogger Roman Protassewitsch. Er und seine Partnerin wurden kurz nach der Landung festgenommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Juli 2021 um 10:30 Uhr.