Ein leeres Regal in einem US-Drogeriemarkt. | AP

Knappheit USA richten Luftbrücke für Babymilch ein

Stand: 19.05.2022 02:27 Uhr

Die USA haben eine Luftbrücke für im Land knapp gewordene Babymilch eingerichtet. Die US-Regierung aktivierte dafür ein Gesetz aus dem Kalten Krieg, um die Produktion anzukurbeln.

Die US-Regierung richtet eine Luftbrücke ein, um Babymilch aus dem Ausland zu importieren. Das Verteidigungsministerium "wird seine Verträge mit kommerziellen Frachtfluggesellschaften nutzen, wie es dies in den ersten Monaten der Covid-Pandemie getan hat, um Produkte aus Fabriken im Ausland zu transportieren", erklärte das Weiße Haus.

Die Regierung will damit gegen den Mangel an Babymilch in weiten Teilen des Landes vorgehen. Die Regierung berief sich auch auf ein aus dem Kalten Krieg stammendes Gesetz, um die Hersteller von Zutaten für die Babymilchproduktion zu verpflichten, die Milchpulver-Fabriken vorrangig zu beliefern. Dies werde "die Steigerung der Produktion erleichtern und die Lieferketten beschleunigen", betonte das Weiße Haus.

In den vergangenen Monaten hatte es in einigen Regionen der USA Lieferschwierigkeiten bei Babymilch gegeben, was die Eltern von Kleinkindern vor große Probleme stellt. Die Lieferketten waren zunächst wegen eines Mangels an Arbeitskräften wegen der Corona-Pandemie beeinträchtigt. Im Februar musste zudem eine wichtige US-Fabrik für Babymilch der Firma Abbott nach der Entdeckung von Unregelmäßigkeiten vorübergehend schließen.

Verteidigungsministerium soll helfen

Das Gesetz "Defense Production Act" erlaubt es US-Präsidenten, im Interesse der nationalen Sicherheit in die Privatwirtschaft einzugreifen. In der Corona-Pandemie war die Regelung zuletzt bereits zum Einsatz gekommen, um Unternehmen zur verstärkten Herstellung von medizinischen Geräten und Schutzmasken zu verpflichten.

Um den Import von Babymilchpulver zu beschleunigen, habe Biden nun außerdem angewiesen, dass Verkehrsflugzeuge des Verteidigungsministeriums genutzt werden könnten, um Säuglingsnahrung aus dem Ausland in die USA zu bringen, hieß es weiter. Wie schon zu Beginn der Corona-Pandemie, werde das Pentagon seine Verträge mit kommerziellen Luftfrachtunternehmen nutzen, um Produkte aus ausländischen Produktionsstätten zu transportieren. Die Umgehung der regulären Luftfrachtrouten spare viel Zeit.

Europäische Hersteller exportieren mehr

Erst am Montag hatte die US-Regierung angekündigt, wegen der Engpässe mehr Importe von Babymilchpulver zuzulassen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA einigte sich nach eigenen Angaben auch mit Abbott auf diverse Vorkehrungen, um die betroffene Fabrik wieder zu eröffnen. Bis die Produktion dort aber wieder angelaufen sei und Säuglingsmilchnahrung in den Handel ausgeliefert werden könne, werde es mehrere Wochen dauern, teilte das Unternehmen mit.

Die führenden europäischen Hersteller Reckitt Benckiser und Nestle hatten am Dienstag angekündigt, mehr Babynahrung als gewöhnlich in die USA zu exportieren.