Eine geöffnete Packung mit Impfdosen des Herstellers AstraZeneca. | AP

Corona-Impfstoff von AstraZeneca USA wollen bis zu 60 Millionen Dosen exportieren

Stand: 27.04.2021 12:40 Uhr

Die USA haben angekündigt, bis zu 60 Millionen AstraZeneca-Impfdosen an andere Länder abzugeben. Die US-Regierung sieht vorerst keinen Bedarf an dem Vakzin, während die EU um genügend Lieferungen ringt.

Die US-Regierung hat angekündigt, in den kommenden Wochen und Monaten bis zu 60 Millionen Impfdosen des Herstellers AstraZeneca an andere Länder abgeben zu wollen. Die Dosen des Vakzins würden für den Export freigegeben, sobald sie verfügbar seien, schrieb der Corona-Berater des Weißen Hauses, Andy Slavitt, auf Twitter.

Bislang ist der Wirkstoff von AstraZeneca in den USA noch nicht zugelassen. Das ist laut Regierungsangaben die Voraussetzung für die Ausfuhr des Impfstoffs. Die Zulassung könnte innerhalb der nächsten Wochen erfolgen, so der Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Ziens. Im März hatten die USA aber bereits angekündigt, rund vier Millionen Impfdosen nach Mexiko und Kanada zu schicken. Beide Länder hatten die USA um Hilfe gebeten.

Mögliche Empfänger stehen noch nicht fest

An welche Länder genau der AstraZeneca-Impfstoff gehen soll, ließ das Weiße Haus noch offen. Darüber, ob das Vakzin gespendet werden soll oder ob die USA es verkaufen, gibt es verschiedene Angaben. Laut der Nachrichtenagentur dpa steht die Entscheidung noch aus, während die Agentur AP berichtete, die USA wollten den Wirkstoff spenden.

Ziens zufolge wurden bislang bereits zehn Millionen AstraZeneca-Impfdosen in den USA produziert. Rund 50 Millionen weitere Dosen befänden sich in verschiedenen Produktionsstadien. Sie könnten, sollte die Zulassung des Impfstoffes erfolgen, im Mai und Juni exportiert werden.

EU klagt wegen Lieferproblemen

Die EU kämpft derweil weiter mit Lieferproblemen beim AstraZeneca-Vakzin. Darum leitete die EU-Kommission rechtliche Schritte gegen den Konzern ein, da sich nicht an die vertraglich vereinbarten Lieferzusagen halte.

In den USA werden drei Impfstoffe genutzt: der Wirkstoff von BioNTech/Pfizer, von Moderna und von Johnson&Johnson. Bei letzterem hatten die USA die Impfungen zwar kurzzeitig ausgesetzt, nachdem bei einigen geimpften Personen Blutgerinnsel aufgetreten waren. Auch bei Geimpften, die das Vakzin von AstraZeneca bekommen hatten, traten teils lebensgefährliche Hirnthrombosen auf. Mehrere Länder schränkten daraufhin den Einsatz von AstraZeneca ein. Den Impfstopp mit Johnson&Johnson hoben die US-Behörden am Wochenende wieder auf.

USA sehen sich ausreichend gerüstet

Mit den drei zugelassenen Impfstoffen fühlen sich die USA laut Koordinator Ziens vorerst ausreichend gegen die Pandemie gerüstet: "Angesichts des starken Portfolios an Impfstoffen, die die USA  bereits haben und die von der Arzneimittelbehörde FDA zugelassen sind, benötigen wir AstraZeneca hier in den kommenden Monaten nicht."

Bisher haben in den USA nach Angaben der Seuchenschutzbehörde CDC etwa 140 Millionen Einwohner mindestens die erste Impfdosis erhalten, das entspreche rund 54 Prozent der gesamten erwachsenen Bevölkerung. Die US-Regierung geht davon aus, bis zum Frühsommer genügend Impfstoff zur Verfügung zu haben, um alle Amerikaner impfen zu können.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. April 2021 um 21:00 Uhr.