Hand träufelt Probe in einem Antigen-Schnelltest | dpa

US-Arzneimittelbehörde Schnelltests bei Omikron wohl weniger genau

Stand: 29.12.2021 06:44 Uhr

Untersuchungen der US-Arzneimittelbehörde FDA deuten darauf hin, dass die Antigen-Tests eine geringere Empfindlichkeit bei Omikron aufweisen. Das könne zu falsch negativen Ergebnissen führen. Die FDA empfiehlt die Schnelltests dennoch weiterhin.

Antigen-Tests erkennen eine Corona-Infektion mit der Omikron-Variante laut US-Gesundheitsbehörden vermutlich nicht so gut wie frühere Varianten. "Erste Daten deuten darauf hin, dass Antigen-Tests die Omikron-Variante zwar erkennen, aber möglicherweise eine geringere Empfindlichkeit aufweisen", erklärte die US-Arzneimittelbehörde (FDA). Die Empfindlichkeit ist ein Maß dafür, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Test bei einer bestehenden Infektion ein positives Ergebnis anzeigt.

Die neuen Daten basieren auf ersten Forschungsergebnissen mit lebenden Viren von echten Patienten. Zuvor hatte die FDA die Tests mit abgetöteten Viren untersucht und dabei keine Unterschiede zwischen verschiedenen Corona-Varianten feststellen können. Die neuen Daten spiegeln laut FDA die Realität besser wieder - die Studien sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Antigen-Tests werden weiterhin empfohlen

Die FDA erklärte weiter, dass die Verwendung von Antigen-Tests weiterhin empfohlen wird - die Menschen sollten allerdings die offiziellen Anweisungen beachten. Bei einigen der sogenannten Schnelltests werden die Benutzer beispielsweise angewiesen, zwei Tests im Abstand von einer bestimmten Zeitspanne durchzuführen, um einen negativen Befund zu bestätigen. 

Wenn eine Person mit einem Schnelltest negativ getestet wurde, aber aufgrund von Symptomen oder ihrer Nähe zu Infizierten wahrscheinlich an Covid erkrankt ist, wird ihr dennoch empfohlen, einen PCR-Test zu machen - der "Goldstandard" beim Erkennen von Corona-Infektionen.

PCR-Tests sind genauer

Der Unterschied zwischen PCR-Tests und Antigen-Tests ist, dass letztere auf Eiweißfragmente (Proteine) aus der Hülle des Virus anspringen. Diese ist bei der Omikron-Variante jedoch an zahlreichen Stellen mutiert. PCR-Tests weisen hingegen das genetische Material des Virus nach. Sie sind genauer, weil sie Millionen von Kopien der RNA des Virus herstellen können, sodass selbst kleinste Mengen nachweisbar sind. 

Der Vorteil von Antigen-Tests ist jedoch, dass sie zu Hause eingesetzt werden können, binnen Minuten ein Ergebnis zeigen und kostengünstig sind, während es bei PCR-Tests mehrere Stunden dauert und die Proben in einem Labor untersucht werden müssen. Beide Test-Arten gelten neben der Impfung als unverzichtbarer Teil einer umfassenden Strategie zur Eindämmung der Pandemie.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 29. Dezember 2021 um 08:31 Uhr in den Nachrichten.