Stewart Rhodes, Anführer der "Oath Keepers"  | AP

Attacke auf US-Kapitol Anführer der "Oath Keepers" angeklagt

Stand: 13.01.2022 21:53 Uhr

Er soll Waffen gehortet und die Erstürmung des US-Kapitols geplant haben. Nun ist der Kopf der rechtsextremen Miliz "Oath Keepers" festgenommen worden. Ihm und zehn weiteren Mitgliedern der Gruppe drohen lange Haftstrafen.

Ein Jahr nach der Erstürmung des US-Kapitols hat das Justizministerium Anklage gegen den Anführer der rechtsextremen Miliz "Oath Keepers" sowie zehn weitere Mitglieder der Gruppe erhoben. Ihnen werde "aufrührerische Verschwörung" zur Last gelegt, teilte das Ministerium mit. Der juristische Begriff umfasst unter anderem den Versuch, die US-Regierung mit Gewalt zu stürzen.

Der Gründer und Anführer der Miliz, Stewart Rhodes, sei in Texas festgenommen worden. Den Angeklagten droht bis zu 20 Jahren Haft. Die "Oath Keepers" konzentrieren sich darauf, Polizisten, Soldaten und Sanitäter zu rekrutieren.

Erstmals Anklagen wegen "aufrührerischer Verschwörung"

Die Anklagen gegen Rhodes und seine Mitstreiter sind die ersten wegen "aufrührerischer Verschwörung", die das Justizministerium im Zusammenhang mit dem Ereignissen des 6. Januar erhoben hat. Der in Texas lebende Rhodes ist das ranghöchste Mitglied einer Extremistengruppe, der in Verbindung mit der Erstürmung des Kapitols festgenommen wurde.

Die Angreifer waren gewaltsam ins Kapitol eingedrungen, hatten sich Handgemenge mit der Polizei geliefert und Büros von Abgeordneten verwüstet. Die Kongressmitglieder mussten von der Polizei in Sicherheit gebracht werden, manche verbarrikadierten sich. Es gab fünf Tote. Später in der Nacht trat der Kongress erneut zusammen und beglaubigte Bidens Sieg. Die Attacke aufs Herz der US-Demokratie erschütterte das Land.

Rhodes soll Komplott geschmiedet haben

Der 56-Jährige Rhodes betrat das Kapitol vor einem Jahr nicht. Ihm wird aber vorgeworfen, dazu beigetragen zu haben, die Gewalt in Gang zu bringen, wegen der die Beglaubigung des Wahlsiegs unterbrochen werden musste.

So soll Rhodes gemeinsam mit den Mitangeklagten einen Komplott geschmiedet haben, mit dem Ziel, den Machtwechsel nach der Präsidentenwahl mit Gewalt zu verhindern. Dazu hätten sie unter anderem die Anreise nach Washington zum 6. Januar geplant, Waffen und paramilitärische Ausrüstung organisiert und vorab Trainings für Kampftechniken auf die Beine gestellt.

Mehrere der Angeklagten seien selbst in das Kapitol eingedrungen, andere hätten sich außerhalb des Kongresssitzes und teils außerhalb der Stadt um weitere Koordinierung gekümmert.

Für "aufrührerische Verschwörung" könne eine Höchststrafe von bis zu 20 Jahren Haft verhängt werden, hieß es weiter. Im Zusammenhang mit der Attacke auf das Kapitol wurden laut Justizministerium bislang mehr als 725 Personen in fast allen Bundesstaaten festgenommen. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. Januar 2022 um 21:43 Uhr.