Der Sturm auf das US-Kapitol vom 6. Januar 2021 | AFP

Sturm auf US-Kapitol Ausschuss lädt weitere Weggefährten Trumps

Stand: 23.11.2021 09:04 Uhr

Der Untersuchungsausschuss zum Sturm auf das US-Kapitol hat fünf weitere Unterstützer von Ex-US-Präsident Trump geladen. Unter ihnen ist der wegen seiner Rolle in der Russland-Affäre verurteilte Berater Stone.

Der US-Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols im Januar 2021 hat weitere Zwangsvorladungen an Verbündete des früheren Präsidenten Donald Trump ausgestellt. Der Kongressausschuss lud fünf Weggefährten vor, darunter den Politikberater Roger Stone sowie den ultrarechten Radiomoderator Alex Jones. 

Durch die Anhörungen wolle der Ausschuss herausfinden, wer den Angriff auf den Kongresssitz "organisiert, geplant und bezahlt" habe und welche Kommunikation es zwischen den Organisatoren des Angriffs und Mitarbeitern des Weißen Hauses sowie Kongressmitgliedern gegeben habe, erklärte der Ausschussvorsitzende Bennie Thompson.

Radikale Trump-Anhänger hatten das Kapitol am 6. Januar gestürmt, als dort der Wahlsieg Bidens zertifiziert werden sollte. Im Zuge der Unruhen an diesem Tag in Washington kamen fünf Menschen ums Leben.

Trump begnadigte Stone

Der Politikberater Stone war 2020 im Zusammenhang mit den Russland-Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller unter anderem wegen Falschaussagen und Behinderung der Justiz zu einer Gefängnisstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt worden. Trump begnadigte ihn kurz vor dem Ende seiner Amtszeit.

Der Moderator Jones ist ein Verfechter von Verschwörungstheorien. Er machte sich auch Trumps Falschbehauptung zu eigen, seine Wahlniederlage gegen Biden sei auf massive Betrügereien zurückzuführen. Jones soll bei dem Marsch auf das Kapitol selbst dabei gewesen sein.

Bannon erschien nicht im Ausschuss

Der U-Ausschuss hatte bereits eine ganze Reihe von Weggefährten Trumps vorgeladen. Trumps früherer Chefstratege Steve Bannon etwa widersetzte sich jedoch der Vorladung. Eine sogenannte Grand Jury erhob deshalb Anklage gegen Bannon wegen Behinderung des Kongresses. Ihm droht bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. 

Auch Trumps früherer Stabschef im Weißen Haus, Mark Meadows, verweigerte sein Erscheinen vor dem Ausschuss. Auch ihm drohen deswegen strafrechtliche Schritte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. November 2021 um 05:30 Uhr.