Bewaffnete Polizisten patrouillieren vor der Port Authority-Station in New York. | REUTERS

New York Lebenslänglich für versuchten Anschlag

Stand: 22.04.2021 19:27 Uhr

Eine selbstgebaute Bombe zündete nicht richtig, sonst hätte es bei dem versuchten Selbstmordanschlag in Manhattan vor dreieinhalb Jahren deutlich mehr Opfer gegeben. Der Attentäter muss nun lebenslang in Haft.

Dreieinhalb Jahre nach einem versuchten Sprengstoffanschlag in einem Fußgängertunnel in Manhattan ist der Täter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der New Yorker Richter Richard Sullivan sagte bei der Verkündung des Strafmaßes, der Attentäter habe ein "wahrhaft abscheuliches" Verbrechen begangen. Nur weil der Anschlag "letztlich gescheitert" sei, sei der 31-Jährige nicht "weniger schuldig".

Bereits im November 2018 hatte eine Jury den Mann unter anderem des illegalen Waffenbesitzes, Terrorverdachts und der terroristischen Bedrohung für schuldig befunden. Das Strafmaß wurde erst jetzt verhängt.

Versuchter Selbstmordanschlag in einem Fußgängertunnel

Die Jury sah es als erwiesen an, dass der damals 27-Jährige im Dezember 2017 versucht haben soll, sich zur Hauptverkehrszeit an einem Montagmorgen in einem unterirdischen Verbindungstunnel zwischen dem Busbahnhof Port Authority und der U-Bahn-Station Times Square mit einer selbstgebauten Rohrbombe in die Luft zu sprengen.

Laut den Gerichtsunterlagen bestand die Bombe aus einem mit Sprengstoff gefüllten Metallrohr. Um sie zu zünden, hatte der Täter demnach Weihnachtsbaumbeleuchtung, eine Verkabelung sowie eine Neun-Volt-Batterie genutzt. Den Sprengsatz trug er an seinem Körper. Der Mann erlitt bei der Explosion Brand- und Schnittverletzungen an Händen und Oberkörper, wurde festgenommen und ins Krankenhaus gebracht. Drei Passanten wurden leicht verletzt.

Durch IS-Propaganda radikalisiert

Der Verurteilte sei von der Terrororganisation "Islamischer Staat" zu der Tat inspiriert worden und habe alleine gehandelt, befand das Gericht. Seine Radikalisierung hatte 2014 durch IS-Propagandavideos begonnen.

Vor Gericht äußerte der Attentäter Bedauern über seine Tat. "Ich kann von tiefstem Herzen sagen, dass es mir zutiefst leidtut", sagte er. Was er getan habe, sei "falsch" gewesen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. April 2021 um 21:00 Uhr.