Blick auf das ausgetrocknete und rissige Wasserbett des von der Dürre betroffenen San-Gabriel-Stausees in der Nähe von Azusa, Los Angeles County. | dpa

Neuer UN-Bericht Welt steuert auf 2,7 Grad Erwärmung zu

Stand: 17.09.2021 19:01 Uhr

Bei der Erderwärmung befindet sich die Welt auf einem "katastrophalen Weg" - das ist das Fazit eines neuen UN-Klimaberichts. Laut Generalsekretär Guterres drohen 2,7 Grad mehr und ein "massiver Verlust von Menschenleben".

Die internationale Gemeinschaft droht ihr Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung deutlich zu verfehlen. Ein neuer Bericht der UN-Klimaagentur zeigt, "dass sich die Welt auf einem katastrophalen Weg in Richtung einer Erwärmung von 2,7 Grad Celsius befindet", sagte UN-Generalsekretär António Guterres.

"Massiver Verlust von Menschenleben"

In dem Bericht wurden die nationalen Klimaschutz-Verpflichtungen von 191 Ländern im Rahmen des Pariser Abkommens bewertet, das die Erderwärmung auf unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzen soll.

Vorzugsweise soll durch das Pariser Abkommen von 2015 die Erwärmung auf 1,5 Grad gegenüber dem globalen Temperaturniveau vor der Industrialisierung begrenzt werden. Dafür sollte der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 deutlich reduziert werden. Wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, drohe der "massive Verlust von Menschenleben und Lebensgrundlagen", warnte Guterres.

Der neue UN-Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass ausgehend von den nationalen Zielen die weltweiten Emissionen am Ende des Jahrzehnts um 16 Prozent höher liegen werden als im Jahr 2010. "Die Gesamtzahlen der Treibhausgasemissionen bewegen sich in die falsche Richtung", sagte UN-Klimachefin Patricia Espinosa.

Eigentlich sollte jedes Land im Rahmen des Pariser Abkommens seinen nationalen Beitrag bis Ende 2020 überarbeiten. Bis Ende Juli dieses Jahres hatten aber nur 113 Länder geliefert.

Antonio Guterres | REUTERS

Guterres warnt in deutlichen Worten vor der drohenden Katastrophe. Bild: REUTERS

"... sonst werden die Menschen einen tragischen Preis zahlen"

Mit diesen neuen Zusagen würden die Emissionen dieser Gruppe, zu der auch die USA und die EU gehören, bis 2030 um zwölf Prozent gegenüber 2010 sinken. Das sei ein "Hoffnungsschimmer", der das "düstere Gesamtbild" aber nicht ändern könne, sagte Espinosa.

Guterres mahnte die Regierungen für die in sechs Wochen im schottischen Glasgow beginnende Weltklimakonferenz COP26 zu mehr Ehrgeiz. "Es ist an der Zeit, dass die Staats- und Regierungschefs aufstehen und handeln, sonst werden die Menschen in allen Ländern einen tragischen Preis zahlen", sagte er.

Diesem Appell schloss sich US-Präsident Joe Biden an: "Wir müssen unsere ehrgeizigsten Ziele nach Glasgow bringen", sagte er. "Die Zeit läuft uns davon".

1,5 Grad werden schon 2030 erreicht

Im vergangenen Monat hatte der Weltklimarat IPCC gewarnt, dass die globale Durchschnittstemperatur bereits im Jahr 2030 über 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau liegen wird - ein Jahrzehnt früher als noch vor drei Jahren prognostiziert.