Screenshot des twitter-Accounts von Donald Trump | Screenshot twitter

Nach Befragung von Nutzern Twitter entsperrt Account von Trump

Stand: 20.11.2022 06:44 Uhr

Twitter hat den seit 2021 gesperrten Account von Ex-US-Präsident Trump wiederhergestellt. Zuvor hatte Twitter-Chef Musk den Schritt nach einer Nutzer-Umfrage angekündigt. Trump selbst zeigte sich allerdings wenig rückkehrwillig.

Trump ist zurück auf Twitter: Das Profil des Ex-US-Präsidenten war am Samstagabend wieder auf der Plattform verfügbar - mit dem bis dahin letzten Tweet vom 8. Januar 2021 obenauf. Wenige Minuten zuvor hatte der neue Twitter-Besitzer Elon Musk die Freischaltung nach einer Umfrage unter Nutzern des Kurznachrichtendienstes angekündigt.

"Das Volk hat gesprochen", schrieb Musk zu seiner Entscheidung. Die Befragung war allerdings nicht repräsentativ: An der von Musk auf 24 Stunden angesetzten Umfrage nahmen rund 15 Millionen Nutzer teil, während der Dienst nach jüngsten verfügbaren Angaben auf mehr als 230 Millionen täglich aktive Nutzer kommt. Für Trumps Rückkehr sprach sich dabei eine knappe Mehrheit von 51,8 Prozent aus.

Trump will nicht zurück zu Twitter

Trump hatte kurz vor Ablauf der Umfragefrist bekräftigt, er wolle bei seiner hauseigenen Twitter-Kopie Truth Social bleiben. Trumps Account, der einst mehr als 80 Millionen Follower bei Twitter hatte, wurde bei der Abonnentenzahl auf null zurückgesetzt. Einige Minuten nach der Freischaltung folgten seinem Profil bereits mehr als eine Million Twitter-Nutzer. Bei Truth Social bringt es Trump auf etwas mehr als vier Millionen Abonnenten.

Trump ist seit Januar 2021 von Twitter verbannt. Er hatte am 6. Januar Sympathie für seine Anhänger bekundet, die das Kapitol - den Sitz des US-Parlaments in Washington - erstürmt hatten. Dort sollte der Wahlsieg von Joe Biden offiziell besiegelt werden. Wegen des Angriffs geschah dies erst Stunden später.

Musk entsperrt weitere Profile

Musk hob zudem weitere Profil-Sperren auf. Er verkündete, die Konten der Komikerin Kathy Griffin, des Psychologen Jordan Peterson und der konservativen Parodie-Seite "Babylon Bee" seien "wieder eingesetzt worden". "The Babylon Bee" und Peterson waren im März beziehungsweise August wegen Verstößen gegen die Twitter-Richtlinien gesperrt worden - sie hatten sich über Transgender lustig gemacht. Griffin war erst kürzlich gesperrt worden, nachdem sie die neuen, gelockerten Twitter-Regeln genutzt hatte, um ihren Benutzernamen in "Elon Musk" zu ändern.

Musk hatte Twitter Ende Oktober für 44 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) übernommen. Kritiker befürchten, dass er den Kampf gegen die Verbreitung von Hassbotschaften und Falschnachrichten bei Twitter drastisch beschränken könnte.

Über dieses Thema berichtete am 20. November 2022 MDR Aktuell um 09:11 Uhr und die tagesschau um 09:59 Uhr.