Allen Weisselberg | AFP

Ermittlungen gegen Trump-Konzern Ex-Finanzchef bekennt sich schuldig

Stand: 18.08.2022 21:00 Uhr

Der Ex-Finanzchef der Trump Organization hat zugegeben, mit dem Familienunternehmen von Donald Trump Steuern hinterzogen zu haben. Das Geständnis verpflichtet Weisselberg, im Prozess über die Geschäftspraktiken des Unternehmens auszusagen.

Der ehemalige Finanzchef der Trump Organization, Allen Weisselberg, hat vor einem New Yorker Gericht zugegeben, mit dem Unternehmen des Ex-Präsidenten Donald Trump Steuern hinterzogen zu haben - mehr als 15 Jahre lang. Der 75-Jährige antwortete auf zahlreiche Fragen des Richters Juan Merchan mehrfach mit "Ja, euer Ehren", berichteten US-Medien übereinstimmend aus dem Gerichtssaal.

Demnach bekannte er sich in insgesamt 15 Anklagepunkten für schuldig - darunter der Verschwörung, des Steuerbetrugs, des schweren Diebstahls und der Fälschung von Geschäftsunterlagen. Mit seinem Schuldbekenntnis willigte der Top-Manager einer Verständigung in dem Strafverfahren ein, um einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren zu entgehen.

Zwei Millionen US-Dollar Strafe

Im Gegenzug muss Weisselberg im Prozess gegen das Unternehmen aussagen, falls die Staatsanwaltschaft ihn vorladen will - allerdings nicht gegen Trump selbst. Außerdem muss er knapp zwei Millionen US-Dollar (1,98 Millionen Euro) Strafe zahlen und fünf Monate Haft verbüßen.

"In einer der schwierigsten Entscheidungen seines Lebens hat sich Herr Weisselberg heute dazu entschlossen, sich schuldig zu bekennen, um diesem Fall und den jahrelangen rechtlichen und persönlichen Alpträumen, die er für ihn und seine Familie verursacht hat, ein Ende zu setzen", sagte sein Anwalt Nicholas Gravante Jr laut Medienberichten.

Weisselberg gilt als Schlüsselfigur

Weisselberg ist ein langjähriger Geschäftspartner von Trump. Während dessen Präsidentschaft half er mit, Trumps Immobilien-Imperium zu leiten. Er gilt neben Familienangehörigen als Schlüsselfigur des Unternehmens. "Das Geständnis verwickelt die Trump Organization direkt in ein breites Spektrum krimineller Aktivitäten", erklärte Staatsanwalt Alvin Bragg.

Weisselberg und die Trump Organization, die Golfclubs, Hotels und andere Immobilien auf der ganzen Welt verwaltet, wurden Anfang Juli 2021 wegen eines umfassenden Steuerbetrugs angeklagt. Trump selbst ist aber nicht angeklagt.

Die Auswahl der Geschworenen für das Gerichtsverfahren beginnt am 24. Oktober - 15 Tage vor den Zwischenwahlen am 8. November, bei denen Trumps Republikanische Partei die Kammern des Kongresses zurückzuerobern hofft. Eine Sprecherin der Trump Organization sagte, dass der Ex-Manager, der ein halbes Jahrhundert lang für Trump gearbeitet hatte, von den Strafverfolgungsbehörden "in ihrem nicht enden wollenden, politisch motivierten Bestreben, Präsident Trump zu kriegen, belästigt, verfolgt und bedroht wurde". Das Unternehmen habe nichts falsch gemacht, ergänzte sie.