Donald Trump | AP

Treffen mit Rassisten Kritik an Trump aus eigener Partei

Stand: 28.11.2022 09:05 Uhr

Ex-Präsident Trump ist nach dem Empfang eines bekannten Rassisten von Republikanern scharf angegriffen worden. Auch US-Rapper Kanye West war vor Ort. Beide verbreiteten in der Vergangenheit antisemitische Parolen.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump wird aus den eigenen Reihen für den Empfang des Rassisten Nick Fuentes in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida kritisiert. "Ich denke nicht, dass es für einen Anführer, der ein Beispiel für das Land oder die Partei sein will, eine gute Idee ist, sich mit einem bekennenden Rassisten oder Antisemiten zu treffen", sagte der Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, dem Sender CNN.

Der einflussreiche republikanische Abgeordnete im Repräsentantenhaus, James Comer, sagte dem Sender NBC, Trump brauche ein besseres Urteilsvermögen bei der Frage, mit wem er zu Abend esse. Trump will bei der Präsidentenwahl 2024 wieder für die Republikaner antreten.

Nick Fuentes (Aufnahme vom 11. November 2022) | AP

"White Supremacist" - so nennt die Anti-Rassismus-Organisation Anti-Defamation League den Nationalisten Fuentes. Bild: AP

Fuentes wird als "White Supremacist" bezeichnet

Das US-Justizministerium beschreibt Fuentes als jemanden, der weiße Menschen für überlegen hält. Die Anti-Rassismus-Organisation Anti-Defamation League nennt ihn einen "White Supremacist". "White Supremacy" beschreibt die Ideologie der Vorherrschaft von Weißen. Außerdem habe Fuentes den Holocaust ins Lächerliche gezogen.

Trump schrieb auf seiner sozialen Plattform Truth Social, er habe Fuentes bei einem Empfang vergangene Woche kennengelernt, an dem auch der Rapper Ye teilnahm, der unter seinem früheren Namen Kanye West bekannt ist. West hatte zuletzt ebenfalls mit umstrittenen Aktionen und antisemitischen Äußerungen für Empörung gesorgt. Wegen solcher Aussagen kündigte der Sportartikelhersteller Adidas die Zusammenarbeit mit ihm auf.

CNN: Fuentes war Gast von West - nicht Trump

Trump erklärte, er habe sich mit Ye gut verstanden. Der habe sich bei ihm nicht antisemitisch geäußert und nette Dinge über ihn in der TV-Sendung "Tucker Carlson" gesagt. "Warum sollte ich einem Treffen nicht zustimmen? Außerdem kannte ich Nick Fuentes nicht", schrieb Trump.

Das Nachrichtenportal "Axios" berichtete unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle, dass Trump von Fuentes "sehr angetan" gewirkt habe. Die beiden hätten sich über die Präsidentenwahl unterhalten. "Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass der Präsident wusste, wer zum Teufel er (Fuentes) war", zitierte "Axios" die Quelle. Der Sender CNN berichtete ebenfalls, dass Fuentes ein Gast Wests gewesen und nicht von Trump eingeladen worden sei.

West veröffentlichte nach dem Abendessen ein Video auf Twitter, in dem er behauptete, Trump sei "beeindruckt" von Fuentes gewesen. Der Ex-Präsident selbst ist für die Verbreitung von Verschwörungstheorien bekannt. Er hetzt immer wieder gegen Minderheiten.

Weißes Haus kritisiert Trump für Treffen

Auch das Weiße Haus verurteilte Trump für das Treffen. "Intoleranz, Hass und Antisemitismus haben in Amerika absolut keinen Platz - auch nicht in Mar-a-Lago", sagte der stellvertretende Pressesprecher des Weißen Hauses, Andrews Bates, bei CNN. Die Leugnung des Holocaust sei "widerwärtig und gefährlich" und müsse "entschieden verurteilt werden".

Der frühere US-Botschafter in Israel, David Friedman, twitterte: "An meinen Freund Donald Trump, du bist besser als das. Auch ein Kennenlernen mit einem Antisemiten wie Kanye West und mit menschlichem Abschaum wie Nick Fuentes ist unannehmbar."