Trump und Clinton während einer Debatte im Oktober | AP

Wegen angeblicher Verleumdung Trump verklagt Clinton auf 72 Millionen Dollar

Stand: 25.03.2022 08:39 Uhr

In der sogenannten Russland-Affäre hat Ex-US-Präsident Trump seine einstige Gegenkandidatin Clinton wegen Verleumdung verklagt. Die Demokraten hatten Trump bei der US-Wahl 2016 eine Verschwörung mit Russland vorgeworfen.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat seine einstige Kontrahentin Hillary Clinton und weitere Politiker der Demokratischen Partei wegen angeblicher Verleumdung im Zusammenhang mit der sogenannten Russland-Affäre verklagt. Clinton, das Nationale Komitee der Demokratischen Partei "und ihre Gefolgsleute" hätten ihm unterstellt, dass er bei der Präsidentschaftswahl mit Russland gemeinsame Sache gemacht habe.

Sie hätten sich im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl 2016 "aus reiner Bosheit verschworen, um die falsche Erzählung zu spinnen", dass der republikanische Präsidentschaftskandidat Trump mit Russland zusammenarbeite, heißt es in der bei einem Bundesgericht in Florida eingegangenen Klage. Um ihre "Intrige" zu untermauern, hätten Clinton und ihre Unterstützer "Beweise gefälscht, die Strafverfolgungsbehörden betrogen" und ihren Zugang "zu hochsensiblen Datenbanken ausgenutzt". Dies sei "so ungeheuerlich, staatsfeindlich und aufwieglerisch", dass selbst die Watergate-Affäre dagegen "blass" aussehe. 

Keine Beweise für illegale Absprachen

Die sogenannte Russland-Affäre war Gegenstand einer ausführlichen Untersuchung des damaligen Sonderbeauftragten Robert Mueller. Dabei ging es um die Frage, ob Trump und sein Wahlkampfteam mit Russland zusammenarbeiteten, um die Wahl 2016 zu beeinflussen. 

In dem Mueller-Bericht werden mehrere Treffen zwischen Trump-Vertrauten mit Russen genannt, Beweise für illegale Absprachen von Trumps Wahlkampfteam mit Russland brachte der Bericht jedoch nicht ans Licht. Trump erklärte sich nach der Veröffentlichung des Mueller-Berichts deshalb für vollständig entlastet.

Trump verlangt nun einen Prozess vor einer Jury in Florida, wo er die Klage eingereicht hat. Er habe bis jetzt 24 Millionen Dollar an Anwaltskosten ausgegeben, so der Republikaner, um sich gegen eine Verleumdung zu wehren. Er verlangt nun das Dreifache als Entschädigung - 72 Millionen Dollar.

Auch Ex-FBI-Chef unter den Beschuldigten

Neben Clinton, die in der Präsidentschaftswahl 2016 gegen Trump angetreten war, werden auch Clintons damaliger Wahlkampfmanager John Podesta und der frühere FBI-Chef James Comey als Beschuldigte aufgeführt, daneben auch die am Wahlkampf der Demokraten beteiligte Anwaltskanzlei Perkins Coie und die Firma Fusion GPS. 

Zudem wird der frühere britische Geheimagent Christopher Steele genannt, der vor der Präsidentschaftswahl 2016 ein Dossier angelegt hatte, von dem es hieß, dass es kompromittierende Informationen über Trump enthalte. Trump bezeichnete das Steele-Dossier wiederholt als "Fake". Auch die Zeitung "New York Times" kam zu dem Schluss, dass es für viele von Steeles Behauptungen kein unterstützendes Beweismaterial gebe.

Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. März 2022 um 06:48 Uhr.