South Carolina State House in Columbia (Archivbild) | AP

Todesstrafe in South Carolina Hinrichtungen auch durch Erschießen

Stand: 06.05.2021 08:39 Uhr

Bisher müssen zum Tode Verurteilte in South Carolina zwischen der Giftspritze und dem elektrischen Stuhl wählen. Weil es derzeit jedoch kein Gift gibt, führt der US-Staat nun eine dritte Option ein: den Tod durch Erschießen.

Das Abgeordnetenhaus im US-Staat South Carolina hat für die Einführung eines Erschießungskommandos als Hinrichtungsmethode gestimmt. Der am Mittwoch angenommenen Vorlage zufolge müssen zum Tod verurteilte Häftlinge künftig entscheiden, ob sie die Erschießung oder die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl wählen, wenn keine Giftspritze zur Verfügung steht.

Der Schritt soll Hinrichtungen in dem US-Staat wieder in Gang setzen. South Carolina ist einer von nur neun US-Staaten, in denen der elektrische Stuhl noch eingesetzt wird und künftig der vierte mit einem Erschießungskommando. Seit der letzten Hinrichtung sind inzwischen genau zehn Jahre vergangen. Noch von 2000 bis 2010 wurden in South Carolina im Schnitt jedes Jahr fast zwei Häftlinge exekutiert.

Giftmangel blockiert Hinrichtungen

Aktuell kann in dem Bundesstaat niemand hingerichtet werden, weil der Vorrat an Substanzen für die Giftspritze abgelaufen und Nachschub nicht erhältlich ist. Häftlinge müssen zwischen dem elektrischen Stuhl und der Giftspritze wählen. Da es für diese kein Mittel gibt, wählen sie die Spritze - und blockieren somit die Hinrichtung.

Der Senat des Staats hat die Vorlage bereits im März verabschiedet. Der republikanische Gouverneur Henry McMaster hat bereits angekündigt, dass er das Gesetz unterzeichnen werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 24. Dezember 2020 um 07:36 Uhr.