Jens Stoltenberg | EPA

Stoltenberg im ARD-Interview "Teilmobilmachung bedeutet mehr Tote"

Stand: 22.09.2022 04:21 Uhr

NATO-Generalsekretär Stoltenberg hat im ARD-Interview die Ankündigung des russischen Präsidenten einer Teilmobilmachung scharf kritisiert. Gleichzeitig machte er erneut deutlich, dass er mit einem längeren Konflikt rechne.

Von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

Ein gefährlicher Krieg werde noch gefährlicher: Jens Stoltenberg sieht eine Eskalation des Kriegs durch Putins Ankündigung. Sie demonstriere, dass der Krieg nicht nach Plan des russischen Präsidenten verlaufe. Eine Teilmobilmachung bedeute mehr Tote, mehr Leid - und zwar auf beiden Seiten, sagte der NATO-Generalsekretär dem ARD-Studio New York.

Antje Passenheim ARD-Studio New York

Putins Drohung, gegebenenfalls auch Atomwaffen einzusetzen, sei fahrlässig und gefährlich.

Putin sollte wissen, dass ein nuklearer Krieg nicht gewonnen werden kann und nicht geführt werden darf. Das haben wir Moskau mehrfach kommuniziert. Jeder Einsatz von Atomwaffen hätte beispiellose Folgen.

Stoltenberg: Sollten auf langen Krieg vorbereitet sein

Die Unterstützung der Ukraine durch die NATO und damit auch Deutschland müsse aufgestockt werden - alle sollten darauf vorbereitet sein, dass dieser Krieg länger dauern werde. Die Frage nach der Lieferung schwerer Waffen sei noch in der Diskussion, so Stoltenberg. 

Der einfachste Weg, diesen Krieg zu beenden, ist, wenn Präsident Putin seine Truppen zurückzieht. Dann hätten wir Frieden. Wenn Präsident Selenskyj und die Ukraine aufhören zu kämpfen, dann wird die Ukraine nicht mehr als unabhängige Nation existieren.

In diesem Konflikt habe Russland als Aggressor seinen Nachbarn Ukraine überfallen. Die NATO und ihre Alliierten unterstützten die Ukraine, um sich selbst zu verteidigen. Die Ukraine habe gemäß der UN-Charta das Recht auf Selbstverteidigung. Und die NATO habe das Recht, die Ukraine dabei zu unterstützen. Und das tue sie.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. September 2022 um 10:26 Uhr.