Ein von Bord der Internationalen Raumstation ISS aus aufgenommenes Bild des Polarlichtes | AFP

Starke Sonneneruption Bald Polarlichter über Deutschland?

Stand: 30.10.2021 10:19 Uhr

Wegen einer starken Eruption auf der Sonne könnten die Menschen in Deutschland ein seltenes Phänomen zu sehen bekommen: das Polarlicht. Allerdings könnte das Farbenspiel am Himmel auch negative Folgen haben.

In den kommenden Tagen könnten über Deutschland Polarlichter zu sehen sein. Grund dafür ist eine starke Sonneneruption vom Donnerstag, wie die NASA und die US-Wetterbehörde NOAA mitteilten.

Sonneneruptionen sind plötzliche Strahlungsausbrüche auf unserem Zentralgestirn, bei denen häufig große Mengen hochenergetischer Teilchen ins Weltall geschleudert werden. Trifft ein solcher Sonnensturm die Erde, kann das zu Polarlichtern führen.

Auch in Mitteleuropa und in Amerika könnten diese ungewöhnlicherweise zu sehen sein, weil die hochenergetischen Teilchen bestimmte Atome in der Erdatmosphäre zum Leuchten bringen können. Um das Phänomen sehen zu können, müsste allerdings auch das Wetter mitspielen und zumindest zeitweise den Blick auf den Himmel zulassen.

Die Eruption vom Donnerstag wurde in die stärkste Klasse "X" eingestuft, dort aber nur mit der geringsten Stufe "1" versehen. Nach Erklärung der NASA ist eine Eruption mit der Stärke X2 doppelt so stark wie die nun Aufgetretene - erst ab X10, also der zehnfachen Stärke, spricht die US-Weltraumbehörde von einer "ungewöhnlich intensiven" Eruption.

Störung von GPS- und Kommunikationssignalen möglich

Die durch das Ereignis ausgesandte Energie könnte auch negative Folgen haben. Die Strahlung könne zwar Menschen nichts anhaben, doch "wenn sie intensiv genug ist kann sie die Atmosphäre in der Schicht stören, in der GPS- und Kommunikationssignale übertragen werden", erklärte die NASA. Trifft der Sonnensturm die Erde, könnte das somit gravierende Folgen für Satelliten, Kommunikations- und Energieversorgungssysteme haben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. Oktober 2021 um 09:23 Uhr.