US-Präsident Biden bei seinem ersten Telefongespräch mit Selenskij (Archivbild) | dpa

Ukraine-Konflikt Biden sichert Selenskyj Unterstützung zu

Stand: 03.01.2022 01:45 Uhr

Nach seinem Gespräch mit Kremlchef Putin hat US-Präsident Biden mit dem ukrainischen Staatsoberhaupt telefoniert. Er sicherte seinem Amtskollegen eine "entschlossene" Reaktion zu, sollte Russland das Land angreifen.

US-Präsident Joe Biden hat in einem Telefonat mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj versichert, dass die USA und ihre Verbündeten "entschlossen" auf eine russische Invasion der Ukraine reagieren würden. Biden habe in dem Gespräch am Sonntag auch die US-Unterstützung für "die Souveränität und territoriale Integrität" der Ukraine bekräftigt, teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, mit.

Selenskyj begrüßte seinerseits die "standhafte Unterstützung" der Vereinigten Staaten für sein Land. Mit Biden habe er über ein gemeinsames Vorgehen der USA, der Ukraine und ihrer Partner zur "Erhaltung des Friedens in Europa" und zur Verhinderung einer weiteren Eskalation diskutiert, schrieb der  ukrainische Präsident im Onlinedienst Twitter.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gestikuliert bei einer Pressekonferenz | via REUTERS

Selenskij will in dem Gespräch gemeinsame Positionen mit Biden abstimmen. Bild: via REUTERS

Vorbereitung auf Verhandlungen in Genf

Biden unterstrich in dem Telefonat laut Psaki seine Unterstützung für die diplomatischen Bemühungen, den Ukraine-Konflikt zu entschärfen. Der US-Präsident hatte am Donnerstag bereits knapp eine Stunde lang mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert. Diplomaten Russlands und der USA wollen sich am 9. und 10. Januar in Genf treffen. Das westliche Verteidigungsbündnis NATO plant zudem für den 12. Januar eine Unterredung mit der russischen Seite. Am Tag danach soll es ein Treffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geben.

Der Westen befürchtet, Moskau könnte das Nachbarland angreifen. Der Kreml dementiert jegliche Angriffspläne, weist Kritik an den Truppenbewegungen zurück und wirft seinerseits der Ukraine und der NATO "Provokationen" vor. 2014 hatte Russland die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim annektiert. Es unterstützt auch kremltreue Separatisten im Osten der Ukraine.

Putin spricht mit Erdogan über Forderungen an die NATO

Russlands Forderungen nach einem Ende der NATO-Ostererweiterung erörterte Putin indes mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan. Die Türkei ist selbst NATO-Mitglied. Bei dem Telefonat ging es nach Angaben des Kremls um Putins Vorschläge für juristisch verbindliche Vereinbarungen, die Russlands Sicherheit garantieren sollten, teilte der Kreml weiter mit. Putin hatte zuletzt wiederholt bei der USA und bei der NATO für eine Entspannungspolitik geworben. Konkret fordert der Kremlchef etwa einen Verzicht der NATO auf eine Aufnahme der Ukraine.

Putin hatte unter anderem in Gesprächen mit Kanzler Olaf Scholz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron deutlich gemacht, dass sich Russland durch das Voranschreiten der NATO in seiner Sicherheit bedroht sieht. Moskau hatte für den Fall einer Ablehnung von Sicherheitsgarantien seitens des westlichen Militärbündnisses mit Konsequenzen gedroht. Die Ukraine hingegen strebt eine Mitgliedschaft in der NATO unbeeindruckt von Russlands Warnungen weiter an.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Januar 2022 um 05:30 Uhr.