Einsatzkraefte vor einem Krankenhaus in Tulsa | REUTERS

Waffengewalt Vier Tote bei Angriff auf US-Krankenhaus

Stand: 02.06.2022 05:34 Uhr

In einem Krankenhaus in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma hat ein Mann vier Menschen erschossen - und sich offenbar selbst getötet. Derweil wurde der 18-jährige mutmaßliche Schütze von Buffalo nach der rassistischen Gewalttat wegen Terrorismus angeklagt.

Gut eine Woche nach dem Massaker in einer Grundschule in Texas hat ein Mann im US-Bundesstaat Oklahoma nach Polizeiangaben das Feuer in einem Krankenhaus eröffnet und vier Menschen getötet. Auch der Schütze sei tot, teilte die Polizei in der Stadt Tulsa mit. Zuvor hatte die Polizei von mehreren Verletzten berichtet. Er habe sich offenbar selbst erschossen.

Wegen der Schüsse wurde das Gelände des St.-Francis-Krankenhauses abgeriegelt, auf dem sich das betroffene Klinikgebäude befindet. Luftaufnahmen aus Helikoptern von TV-Sendern zeigten, wie Ersthelfer eine auf einer Bahre liegende Person aus dem Gebäude brachten. Zu sehen waren auch Dutzende Polizeiwagen vor dem Krankenhauskomplex; die Behörden stoppten den Verkehr, während der Einsatz lief. Agenten der Bundespolizeibehörde für die Bekämpfung des illegalen Besitzes und Schmuggels von Alkohol, Tabak, Waffen und Sprengstoff waren auch vor Ort.

Der bisher unbekannte Schütze habe mit einer Pistole und einem Gewehr das Feuer eröffnet, sagte Vizepolizeichef Dalgleish. Offenbar habe er mit beiden im Wechsel gefeuert. Drei Minuten nach Eingang des Notrufs habe die Polizei reagiert und schon etwa fünf Minuten später Kontakt mit dem Schützen gehabt, sagte Dalgleish. Bei ihrem Eintreffen hätten Beamte Schüsse im Gebäude gehört, was sie zu einem höher gelegenen Stockwerk geführt habe.

Polizeihauptmann Richard Meulenberg sprach von einer "katastrophalen Szene", die sich ihm am Tatort geboten habe. "Leider wurden einige getötet." Man wisse auch von mehreren Verletzten.

Tulsas Bürgermeister G.T. Bynum erklärte, er sei mit seinen Gedanken jetzt bei den Todesopfern. Eine politische Debatte über den Umgang mit solchen Vorfällen wolle er, wenn überhaupt, in der Zukunft führen, "aber nicht heute Abend", ergänzte der Republikaner.

Serie von Schießereien in den USA

Die USA werden derzeit von einer ganzen Serie von Taten erschüttert, bei denen Bewaffnete das Feuer eröffnen und mehrere Menschen töten. Erst am Dienstag vergangener Woche hatte ein 18-Jähriger an einer Grundschule in Uvalde im US-Bundesstaat Texas das Feuer eröffnet. Der Amokläufer verschanzte sich in einem Klassenraum und tötete 19 Kinder sowie zwei Lehrerinnen, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Wenige Tage zuvor hatte ein Schütze in Buffalo im US-Bundesstaat New York in einem Supermarkt das Feuer eröffnet, zehn Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Den Ermittlern zufolge war die Tat rassistisch motiviert - 11 der 13 Opfer waren schwarz. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, gegen den mutmaßlichen Schützen solle an diesem Donnerstag in Buffalo Anklage erhoben werden.

Debatte um schärfere Waffengesetze

Besonders der Amoklauf von Uvalde hat die Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA einmal mehr angefacht. US-Präsident Joe Biden - ein Demokrat - hat sich dafür ausgesprochen. Viele Republikaner sperren sich aber seit Jahren gegen strengere Regularien, wie etwa ein Verbot von Sturmgewehren.

Die USA haben seit langem mit einem riesigen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Im Jahr 2020 waren Schusswaffenverletzungen Todesursache Nummer eins für Kinder und Jugendliche in den USA, noch vor Verkehrsunfällen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Juni 2022 um 09:00 Uhr.