Die ehemalige republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin | REUTERS

Verleumdungsklage zurückgewiesen Palin scheitert gegen "New York Times"

Stand: 16.02.2022 11:09 Uhr

Die konservative US-Politikerin Palin sah durch einen Artikel der "New York Times" ihren Ruf geschädigt und klagte vor Gericht. Eine Jury sprach die Zeitung nun von dem Vorwurf frei. Erwartet wird, dass Palin in Berufung geht.

Von Peter Mücke, ARD-Studio New York

2017 hatte die frühere US-republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin die "New York Times" auf Schadenersatz verklagt. Die Zeitung habe mit einem damals veröffentlichten Leitartikel ihrer aufstrebenden Karriere als politische Kommentatorin und Beraterin geschadet. Eine Argumentation, der sich die Jury nicht anschließen wollte.

Peter Mücke ARD-Studio New York

Zuvor hatte bereits der zuständige Bezirksrichter erklärt, Palin habe nicht nachweisen können, dass die Zeitung böswillig gehandelt habe, was bei Verleumdungsklagen gegen Personen des öffentlichen Lebens laut US-Recht aber notwendig ist.

Unter der Überschrift "America’s lethal politics" - Amerikas tödliche Politik - hatte die "New York Times" einen Amoklauf in Arizona, bei dem 2011 sechs Menschen getötet worden wurden, mit einer Werbemail von Palins Unterstützungskomitee in Zusammenhang gebracht: Eine Landkarte, auf der Fadenkreuze über bestimmten Wahlbezirken von Palins politischen Gegnern zu sehen sind.

Zeitung entschuldigte sich

In dem Artikel hatte die "New York Times" auch fälschlich behauptet, das Gesicht der demokratischen Politikerin Gabby Giffords, die bei dem Amoklauf schwer verletzt wurde, sei in einem der Fadenkreuze abgebildet gewesen. Das Blatt hatte sich dafür entschuldigt und den Fehler korrigiert.

Geht Palin in Berufung?

Experten hatte die Abweisung der Klage erwartet, gehen aber davon aus, dass Palin, die auch frühere Goueverneurin von Alaska war, in Berufung gehen wird - notfalls bis zum Obersten Gerichtshof.

Bereits seit einigen Jahren fordern Konservative, dass Presseorgane leichter wegen falscher Berichterstattung verklagt werden können. Donald Trump hatte diese Forderung während seiner Präsidentschaft mit besonderem Nachdruck vertreten.