Feuer in Lima, Plaza San Martin | EPA

Neue Proteste in Peru Großfeuer in Lima nach Demonstration

Stand: 20.01.2023 07:34 Uhr

Während neuer Demonstrationen gegen die Regierung ist es in Peru zu schweren Ausschreitungen gekommen, in der Hauptstadt Lima brach ein Großfeuer aus. Die Wut der Protestierenden richtet sich vor allem gegen die Staatschefin Boluarte.

Bei Protesten gegen die peruanische Regierung haben sich Demonstranten und Polizisten in der Hauptstadt Lima schwere Auseinandersetzungen geliefert. Die Regierungsgegner schleuderten Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizisten, die Beamten feuerten Tränengas in die Menge, wie im Fernsehen zu sehen war.

Die Demonstranten versuchten nach einem Bericht des Radiosenders RPP zum Kongress vorzudringen. Mehrere Menschen wurden bei den Zusammenstößen verletzt, im Zentrum von Lima ging ein Gebäude in Flammen auf. Mehr als 25 Einheiten der Feuerwehr seien im Einsatz, um zu verhindern, dass der Brand auf benachbarte Häuser übergreife, sagte der Kommandant der Feuerwehr, Mario Casaretto, dem Sender RPP. Das Feuer sei "außer Kontrolle", hieß es. Ob es einen Zusammenhang mit den Protesten gebe, war zunächst nicht bekannt.

Demonstranten fordern den Rücktritt der Staatschefin

Die Proteste richten sich gegen die Regierung von Übergangspräsidentin Dina Boluarte. Diese rief die Protestierenden in einer Ansprache am Abend zum Dialog auf und kündigte Konsequenzen für diejenigen an, "die Chaos und Unordnung stiften wollen".

Die Demonstranten fordern den Rücktritt der Staatschefin, die Auflösung des Kongresses und die Freilassung des inhaftierten Ex-Präsidenten Pedro Castillo. Der frühere Dorfschullehrer wollte im Dezember einem Misstrauensvotum zuvorkommen und löste den Kongress auf. Das Parlament enthob ihn daraufhin des Amtes. Er wurde wegen des Vorwurfs eines versuchten Staatsstreichs festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Peru, Lima, 19.01.23 | AP

Die Proteste in Peru, hier in der Hauptstadt Lima, richten sich vor allem gegen die Staatschefin Dina Boluarte. Bild: AP

Seit Wochen Proteste im ganzen Land

Tausende Menschen waren am Donnerstag unter dem Motto "Toma de Lima" (Einnahme von Lima) vor allem aus dem Süden von Peru nach Lima gekommen. "Wir wollen, dass Dina Boluarte geht, sie hat uns belogen", zitiert die Nachrichtenagentur AP den Bauern Samuel Acero, der ein regionales Protestkomitee für die Andenstadt Cusco leitet.

Die Wut auf die neue Staatschefin zieht sich als roter Faden durch die Proteste. Straßenhändler verkauften T-Shirts, auf denen gegen Boluarte gewettert wird. Bis zum frühen Nachmittag hatten die Demonstranten Schlüsselstraßen in der Innenstadt in riesige Fußgängerzonen verwandelt.

Auch in anderen Teilen des südamerikanischen Landes kam es zu heftigen Protesten. In der Stadt Arequipa kam eine Person ums Leben, zehn weitere wurden verletzt, wie die staatliche Ombudsstelle mitteilte. Seit Beginn der Proteste im Dezember kamen in Peru mehrere Dutzend Menschen ums Leben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Januar 2023 um 07:30 Uhr.